Energiewechsel

Theater Bremen GmbH: Spielzeitauftakt im Moks: „Seymour“ von Anne Lepper

Pressemeldung vom 22. August 2016, 13:43 Uhr

Eine Inszenierung von Babett Grube – Premiere am 25. August um 19 Uhr im Moks

Nach ihrer ersten viel beachteten Inszenierung von Jonas Hassen Khemiris Stück „Ich rufe meine Brüder“ sorgt Regisseurin Babett Grube nun in einem nur vermeintlich unpolitischerem Gewand für den Spielzeitauftakt im Moks.

Anne Leppers „Seymour“ nimmt sich, in Anlehnung an Thomas Manns „Zauberberg“, ein Sanatorium hoch in den Bergen, allerdings für fünf dicke Jugendliche, zum Ausgangspunkt. Voller Hoffnung, dass sie abnehmen, irgendwann entlassen und von ihren Eltern wieder aufgenommen werden, absolvieren sie absurde Liege- und Sonnenkuren, nächtliche Essensexzesse und wiederholen die Lehrsätze eines ominösen Dr. Bärfuss, der bald für die erlösende Generaluntersuchung erwartet wird. Leo, dem Neuankömmling, schwant, dass es vielleicht keine Rückkehr geben wird, in seinem Zimmer zuhause wohnt bereits ersatzweise sein schlanker Cousin Seymour.

„Was oberflächlich betrachtet wie eine Geschichte über den Optimierungswahn unserer heutigen Zeit daherkommt, ist im Kern viel radikaler. Anne Lepper dekliniert die Leistungs- und Verwertungslogik unserer Gesellschaft bis zum letzten durch und skizziert das allmähliche Verschwinden von Individuen, die Widerstand leisten, Rebellion initiieren oder Gegenentwürfe zu kreieren wissen“ erläutert Dramaturgin Sabrina Bohl.

Babett Grube (*1980) war nach ihrem Germanistikstudium zunächst als freischaffende Journalistin und Moderatorin im freien Radio tätig. Von 2007 bis 2012 studierte sie Regie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Sie inszenierte bisher u.a. auf Kampnagel Hamburg, am DT in Göttingen, Maxim Gorki Theater in Berlin und am Jungen Schauspielhaus Hannover.

Am Moks war zuletzt ihre Inszenierung „Ich rufe meine Brüder“ von Jonas Hassen Khemiri zu sehen, die auch zum diesjährigen Kinder- und Jugendtheaterfestival Hart am Wind in Hamburg eingeladen war.

Quelle: Theater Bremen GmbH

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