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Theater Bremen GmbH: Jury hat entschieden

Pressemeldung vom 3. Juli 2014, 12:20 Uhr

Kurt-Hübner-Preis 2014 an Benedikt von Peter und das Musiktheater
Preisverleihung am Samstag, 12. Juli, um 19 Uhr im Kleinen Haus – Anschließend Theaterfest
Der Kurt-Hübner-Preis 2014 geht an Benedikt von Peter und das Musiktheater des Theater Bremen. Das gaben jetzt das Theater Bremen und die Bremer Theaterfreunde bekannt, die den Preis bereits seit 1995 ausschreiben. Die Preisverleihung findet am Samstag, 12. Juli, ab 19 Uhr im Kleinen Haus statt. Im Anschluss an die Verleihung findet ein Fest statt, mit Beiträgen ehemaliger Preisträgerinnen und Preisträger. Verbunden mit der Verleihung ist eine finanzielle Anerkennung in Höhe von 5000 Euro, gestiftet von der Bremer Landesbank.
In der Begründung der Jury heißt es: „Benedikt von Peter wurde für seine Regiearbeiten bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2011 mit dem Deutschen Theaterpreis Der Faust. Ausdrücklich würdigt die Jury daher nicht nur Benedikt von Peters eigene Inszenierungen, sondern seinen Beitrag zu einer innovativen Ausrichtung des Musiktheaters am Theater Bremen, die Benedikt von Peter als künstlerischer Leiter bereits seit zwei Spielzeiten entscheidend vorantreibt.

In seinen eigenen Regiearbeiten hat Benedikt von Peter dem Bremer Publikum in der ausgehenden Saison die klassische Liebesoper aus ungewohnter Perspektive gezeigt. Während die Bremer Neuinszenierung seiner Hannoveraner Produktion ‚La traviata‘ als One-Woman-Show die weibliche Lesart der Liebe in Szene setzt, kommt seine Interpretation von ‚La Bohème‘ als provokant männliche Antwort daher, bei der nun die Frauenstimmen ins Off verbannt werden. Benedikt von Peter eröffnet damit eine ebenso eigenwillige wie außergewöhnliche Sicht auf bekannte Opern-Stoffe.

Als leitender Regisseur des Musiktheaters am Theater Bremen verantwortet Benedikt von Peter gemeinsam mit dem Dramaturgen Ingo Gerlach und dem GMD Markus Poschner ein überraschendes Programm auf hohem Niveau, für das auch in dieser Spielzeit Gast-Regisseure mit besonderer Handschrift gewonnen werden konnten. Hervorheben möchte die Jury insbesondere Anna-Sophie Mahler, die das spartenübergreifende Projekt ‚Blick der Tosca‘ und die Vivaldi-Oper ‚Orlando furioso‘ einfallsreich und sensibel in Szene setzte.
Zum außergewöhnlich vielfältigen Repertoire der Sparte in der Theatersaison 2013/14 haben zudem Richard Wagners ‚Der fliegende Holländer‘ unter der Regie von Sebastian Baumgarten, Bohuslav Martinus selten gespielte und von John Fulljames bravourös inszenierte surrealistische Oper ‚Juliette‘, Christiane Pohles Musiktheaterstück ‚Pomp & Circumstance‘ und Robert Lehnigers Aktualisierung des Musicals ‚HAIR‘ beitragen können.“

Benedikt von Peter wurde 1977 in Köln geboren, studierte Musikwissenschaft, Germanistik, Jura und Gesang in Bonn und Berlin und initiierte dort mit Kommilitonen die Akademie Musiktheater Berlin-Salzburg. Mit Benjamin von Blomberg, heute Chefdramaturg des Theater Bremen, gründete er die Produzentengemeinschaft „evviva la diva“. 2003 bis 2005 arbeitete er an der Hamburgischen Staatsoper als Assistent und inszenierte dort die deutsche Erstaufführung von Peter Eötvös‘ „Angels in America“. Am Theater Heidelberg brachte er anschließend „Chief Joseph“ von Hans Zender sowie Tschaikowskis „Eugen Onegin“ auf die Bühne. In den Jahren 2007 bis 2011 inszenierte Benedikt von Peter Verdis „I Masniadieri“ an der Oper Frankfurt, setzte an der Komischen Oper Berlin Händels „Theseus“, Beethovens „Fidelio“ und Mozarts „Idomeneo“ in Szene sowie am Theater Basel Poulencs „Les Dialogues des Carmélites“ und „Parsifal“ von Richard Wagner. An der Staatsoper Hannover brachte er Luigi Nonos „Intolleranza 1960“ sowie im Jahr 2011 „La traviata“ von Giuseppe Verdi zur Aufführung.

In Vertretung hatte Benedikt von Peter 2006 bis 2009 die Professur für Regie an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt inne. Für die Produktion „Chief Joseph“ erhielt er 2007 den Götz-Friedrich-Preis. Seine Inszenierung von „Intolleranza 1960“ wurde 2011 mit dem Theaterpreis FAUST als beste Inszenierung Musiktheater ausgezeichnet.

Seit der Spielzeit 2012/13 ist Benedikt von Peter künstlerischer Leiter des Musiktheaters und Hausregisseur am Theater Bremen. Hier inszenierte er neben den oben genannten Arbeiten „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ sowie „Mahler III“. Am 21. September hat in seiner Regie Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ im Theater am Goetheplatz Premiere.

„Ich freue mich sehr über diesen Preis“, sagt Benedikt von Peter, und: „Vor allem aber freue ich mich für das Musiktheater und das Sängerensemble. Es ist schön, dass der künstlerische Weg, den wir in den vergangenen zwei Jahren hier eingeschlagen haben, dadurch belohnt wird.“

Quelle: Theater Bremen GmbH

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