Energiewechsel

Theater Bremen GmbH: Festival TANZ

Pressemeldung vom 10. März 2017, 10:11 Uhr

Das Festival TANZ Bremen feiert Jubiläum: Zum mittlerweile 20. Male sind vom 17. bis zum 24. März wieder herausragende Gastspiele international renommierter Choreografinnen und Choreografen zu sehen – wobei der Fokus in diesem Jahr auf den starken Frauen liegt. So sind mit der Kanadierin Marie Chouinard und ihrer Compagnie, mit Louise Lecavalier (ebenfalls Kanada) und mit Germaine Acogny aus dem Senegal gleich drei für die Tanzszene prägende Choreografinnen zu erleben – „Weltstars“, wie es Festivalleiterin Sabine Gehm kurz und knapp auf den Punkt bringt. Alle drei sind in den Spielstätten des Theaters Bremen zu erleben – Chouinard im Theater am Goetheplatz, Acogny und Lecavalier im Kleinen Haus.

Aber auch neben diesen Dreien kann sich die Festival-Besetzung mehr als sehen lassen: So kommen der Franzose Kader Attou, der zu den Drahtziehern der französischen Hip-Hop-Szene gehört, mit seiner Comapgnie Accrorap und dem Werk „Opus 14“, das seine Deutschlandpremiere feiern wird, ebenso wie die ungarische Choreografin Adrienn Hód mit ihrer Gruppe Hodworks. Für Lokalkolorit sorgt unter anderem Helena Waldmann, die sich in ihrer neuen Produktion „Gute Pässe Schlechte Pässe“ mit Ausgrenzungserfahrungen befasst und dafür 20 Bremer als Mitwirkende einbezieht, das Tanzkollektiv Bremen (mit den ehemaligen Urs Dietrich-Ensemblemitgliedern Magali Sander Fett, Kiri Haardt und Tomas Bünger), das Steptext Dance Projekt von Helge Letonja und auch zwei Stücke vom Jungen Theater Bremen – „Anders sein“ in der Choreografie von Salome Schneebeli sowie „Eins zu Eins“ von Birgit Freitag. Insgesamt sind vom 17. bis zum 24. März 19 „größere“ Veranstaltungen zu erleben, elf davon (neun verschiedene Produktionen) in den Spielstätten des Theaters Bremen. Dazu gibt es Workshops, Tanzfilme, Ausstellungen, ein standesgemäßes Eintanzen und zum Abschluss das entsprechende Abtanzen – entsprechend dem Selbstverständnis von TANZ Bremen, sich nicht nur als Bühne für aktuelle Strömungen im Tanz zu verstehen, sondern auch als Plattform für Austausch und Teilhabe.

Eröffnet wird das Festival am Freitag, 17. März im Theater am Goetheplatz mit einem Doppelabend von Marie Chouinard, die schon einmal bei TANZ Bremen für Furore sorgte. Der kanadischen Choreografin geht es darum, gerade in schwierigen Zeiten wie den aktuellen beim täglichen – auch geistigen – Überleben zu helfen. Kunst könne glücklich machen, sagt sie, Ideen geben, Perspektiven eröffnen. Mit „Le sacre du printems“ zeigt sie ein von ihr neuinterpretiertes Schlüsselwerk der Moderne, das 1913 zu Zeiten eines totalen gesellschaftlichen Umbruchs entstand; in einer zweiten Arbeit widmet sich die Compagnie den abstrakten Tuschezeichnungen von Henri Michaux. Titel: „Henri Michaux : Mouvements“.

Tags darauf ist mit Louise Lecavalier eine weitere Kanadierin zu bewundern: die Startänzerin, gerne als Punkerin des zeitgenössischen Balletts bezeichnet, setzt im Kleinen Haus unter dem Titel „Battleground“ Italo Calvinos parodistische Figur des „Ritter, den es nicht gab“ in Szene – als Inbegriff für „unsere großen und kleinen Kämpfe“. „Battleground“ ist nicht nur am 18., sondern auch am Montag, 20. März zu erleben.

Einen Zugang zu den Themen der Zeit finden – das war schon immer einer der Ansprüche des Festivals; so auch in diesem Jahr. Hoch aktuelle Fragen wie „Wer sind wir?“ oder „Welche Resonanz erzeugt Erinnerung?“ stellen gleich mehrere Künstler, so unter anderem die „Grande Dame“ des afrikanischen Tanzes, Germaine Acogny aus dem Senegal. Der deutsch-französische Regisseur Mikael Serre inszeniert ihr Solo „Somewhere at the beginning“ (Deutschlandpremiere) auf sehr poetische Art und Weise – und schafft damit Bilder der Erinnerung, die buchstäblich zwischen den Schleiern der Geschichte wandeln. Diese Produktion ist am Donnerstag, 23. März, um 20 Uhr im Kleinen Haus zu sehen.

Quelle: Theater Bremen GmbH

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