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SOS-Kinderdorf e.V.: Was tun, wenn das kleine Kind wütend ist

Pressemeldung vom 26. Mai 2014, 16:35 Uhr

SOS-Beratungsstelle in Friesland hilft

Jever – Varel: Gerne würde die Mutter des drei-jährigen Kindes eine Verwandte besuchen, daher sollte das Kind sein Spiel beenden. Doch statt auf die Mutter zu hören, beginnt das Kind zu beben vor Zorn und schlägt unerwartet die Mutter. „Aus unserem Beratungsalltag wissen wir, dass es für Eltern vor allem jüngerer Kinder schwierig ist, mit einem vor Wut rasenden Kind umzugehen“, so die Familientherapeutin Anke Karpuschewski von der SOS-Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. „Wut ist ein sehr mächtiges und uns Erwachsene oft auch erschreckendes Gefühl“, weiß sie.

Kinder fällt es oft schwer, diese mächtigen Gefühle unter Kontrolle zu bekommen. Noch schwerer fällt es ihnen, eine angemessene Form des Ausdrucks dieses Gefühls zu finden. „Zunächst ist es wichtig, dem Kind klar und bestimmt mitzuteilen, dass es weh getan hat und nicht in Ordnung ist“, erklärt Diplom-Sozialpädagoge Bernd Konczalla. Dabei „gehe es nicht darum, das Kind zu bitten, nicht mehr zu schlagen, sondern ihm unmissverständlich zu verdeutlichen, dass ein solches Verhalten inakzeptabel ist“, fügt er an. Es kann helfen, das Kind zu beruhigend, daher sei ein klarer ruhiger Tonfall sehr hilfreich. Lange Erklärungen sind in dem Moment des Geschehens fehl am Platz. Das Kind und manchmal auch der Erwachsene sind innerlich zu sehr aufgewühlt. Hier könne das Kind dann auch aufgefordert werden für einen Moment in sein Zimmer zu gehen.

„Das Kind müsse lernen“, so die Anke Karpuschewski, „das Schlagen nie akzeptabel sei, daher verbietet es sich von selbst, dass Kind zurückzuschlagen.“ Der Kindertherapeut Bernd Konczalla hebt hervor, dass die Eltern im Rahmen ihrer Möglichkeiten dem Kind helfen sollten, einen Weg zu finden, wie es mit diesem heftigen Gefühl umgehen könne ohne andere zu verletzten. „Manchmal hilft es, wenn das Kind mit dem Fuß stampfen, in ein Kissen schlagen darf, und ein ansonsten unerwünschtes, unflätiges Wort herausschreit oder die Wut voller Kraft zum Fenster herausschleudert“, so der Kindertherapeut.

„Eltern tun gut daran, sich auch zu überlegen, was sie im Umgang mit dem Kind verändern könnten, damit es seltener zu derartigen Ausbrüchen kommt ohne deshalb ihre Erziehungsaufgaben aufzugeben und sich der Willkür ihres Kindes ausgeliefert zu sehen“, so die Familientherapeutin Anke Karpuschewski.

Gerne unterstützen die Berater der SOS-Beratungsstelle, einen Weg zu finden, dem Kind Ordnung zu beizubringen. Terminvereinbarung unter Tel.: 04461 3050 oder 04451 5117.
Informationen zu allen Angeboten des SOS-Hilfeverbundes sind unter www.sos-hilfeverbund-wilhelmshaven.de<http://www.sos-hilfeverbund-wilhelmshaven.de/> zu finden.

Quelle: SOS-Kinderdorf e.V.

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