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SOS-Kinderdorf e.V.: Jeden Tag dieser Stress um die Hausaufgaben

Pressemeldung vom 14. Juli 2014, 14:01 Uhr

Jever – Varel: Manche Eltern kennen das: Das Kind kommt von der Schule, wirft seine Schultasche zur Seite, würde am liebsten das Essen „verschlingen“ um dann endlich schnell raus zu können.
Der Gedanke, dass die Hausaufgaben zu erledigen sein könnten, scheint dem Kind gar nicht in den Sinn zu kommen. Andere Kinder setzten sich zwar an den Tisch mit den Hausaufgaben hin, doch beginnen sie nicht. Wieder andere Kinder werden fuchsteufelswild. Und manche scheinen einfach nicht zu lernen, egal wie oft man mit ihnen übt. „Und das, wo der Schulerfolg doch so wichtig in unserer Zeit ist.“ Mögen manche Eltern denken. Und: „Lernen sollte doch Spaß machen?“
Und auch für die Kinder können die zu erledigenden Hausaufgaben und „der ganze Stress darum“ zu einem Graus werden. Doch wie können Eltern ihrem Kind helfen?
„Grundsätzlich sollten Eltern zunächst davon ausgehen, dass Kinder generell neugierig sind und ihre Eltern nicht enttäuschen wollen“, so der Kindertherapeut Bernd Konczalla.
„Kinder versuchen oft durch ihr Verhalten einer ihnen unangenehmen Situation zu entgehen, vielleicht ebenso wie Sie selbst beispielsweise ihren Lohnsteuerjahresausgleich aufschieben“, meint er.
Lernen funktioniert dann am besten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Hierzu zählen der Ort, an dem die Aufgaben angefertigt werden sollen, die Zeit, zu der sie angefertigt werden sollen und die notwendigen Arbeitsmaterialien. Auch und insbesondere die Atmosphäre sollte positiv gefärbt sein. Doch wie dies erreichen?
Eltern kann es helfen, sich an ihre eigene Kindheit zu erinnern, um sich in das Kind einzustimmen. „Eltern können sich fragen, ob ihnen in ihrer eigenen Kindheit immer alle Aufgaben lagen, ob sie lieber etwas anderes gemacht hätten. Ebenso kann es nützlich sein, sich zu erinnern, ob sie das Gefühl hatten, die Aufgaben gut bewältigen zu können, ob sie als Kind gespürt haben, dass es ihre Aufgaben sind und damit die Verantwortung bei ihnen lag, ob sie hinreichend Unterstützung hätten erhalten können, die ihnen den Erfolg lässt. Und, ob sie für die erledigten Aufgaben Anerkennung erhalten haben“, rät die Diplom-Psychologin und Leiterin Andrea Schulte.
„Die meisten Kinder brauchen vor allem am Anfang ihrer Schulzeit einen klaren Arbeitsplatz und eine freundliche Hinführung zur Erledigung der Aufgaben, zudem die Unterstützung und Anerkennung durch ihre Eltern“, so der Diplom-Sozialarbeiter Reiner Würdemann. Wenn Probleme auftauchen, sollten Eltern ihren Kindern zeigen, wie sie die Probleme bewältigen können. Sie sollten sie unbedingt für diese erhöhte Anstrengung auch loben. Aufgaben sollten in kleinere Teilaufgaben unterteilt werden, es sollte eher mit den einfacheren Aufgaben, die Erfolgserlebnisse versprechen begonnen werden. Kleine Pausen können für manche Kinder wichtig sein. „Und Spaß darf es auch machen“, hebt er hervor.
Wenn Sie als Eltern den Eindruck haben, dass es Ihrem Kind schwer fällt die Aufgaben erledigen zu wollen oder zu können, lohnt sich Ursachenforschung. „Ein Gespräch mit dem Kind selbst kann helfen, die Schwierigkeit aufzulösen“, so Frau Schulte. „Auch das Gespräch mit dem Klassenlehrer und dem entsprechenden Fachlehrer kann hilfreiche Erkenntnisse liefern: Fällt das Kind im Unterricht auf, wie geht es ihm in der Klasse, kommt es im Unterricht mit u.v.a.m.?“ Ebenso können Sie sich Rat in der Erziehungsberatungsstelle holen.
Die Berater der SOS-Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (Tel-. 04461/3050 oder 04451/5117) im Landkreis Friesland stehen Ihnen zur Verfügung.

Quelle: SOS-Kinderdorf e.V.

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