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Region Hannover: Storchen-Bestand in der Region Hannover konstant hoch – aber weniger Nachwuchs in den Nestern

Pressemeldung vom 24. Oktober 2016, 12:02 Uhr

Wie im Vorjahr haben 2016 exakt 51 Storchenpaare Nester in der Region Hannover bezogen, wenn auch mit deutlich schlechterem Brutergebnis. „Nur 76 Junge (2015: 102) wurden aufgezogen. Bezogen auf alle Paare hat es damit 1,49 Junge pro Paar gegeben. Dieser Wert liegt deutlich unter dem langjährigen Mittel von 1,8 Jungen“, erläutert Dr. Reinhard Löhmer, Naturschutzbeauftragter für die Weißstorchbetreuung der Region Hannover. Seine Erklärung: „Dauernässe im Mai und Juni sowie niedrige Temperaturen bedeuteten für die exponiert sitzenden jungen Nesthocker vielfach den Tod. Sie verklammen dann, reagieren apathisch und werden dann von Eltern abgeworfen.“

Betroffen waren in diesem Sommer alle Nester, auch die späteren Bruten. Überall dort, wo nur ein oder zwei Jungstörche ausgeflogen sind, haben vermutlich die bruterfahrenen Eltern den Totalverlust verhindern können, meint der Fachmann, der sich um den Bestand der regionalen Weißstörche aber dennoch nicht sorgt. Dr. Löhmer: „Die Paarzahl ist nach wie vor auf hohem Niveau. Erfreulich sind zudem die vielen übersommernden Nichtbrüter, die in diesem Jahr die ganze Saison über zu beobachten waren. Das waren jüngere Störche, die an der Grenze zur Geschlechtsreife stehen. Sie stellen populationsbiologisch gesehen die Brutreserve der Zukunft dar.“

Abschlussbericht des Naturschutzbeauftragten für die Weißstorchbetreuung in der Region Hannover (Stand: 12. Oktober 2016) Weißstörche in der Region Hannover im Jahre 2016 Rückkehr der Störche und Horstbesetzung

Die Zahl der „Überwinterer“ ist konstant geblieben. Die alterfahrenen Brutpaare in Grasdorf, Bokeloh und Idensen sind erneut nicht gezogen. Sie haben den milden Winter gut überstanden.

Vermutlich ebenfalls witterungsbedingt sind die „Westzieher“ im Vergleich nochmals früher zurückgekommen. Die ersten Störche trafen schon Ende Januar ein, eine große Anzahl dann im Februar. Bis Mitte März war fast die Hälfte der Nester in der Region mit Paaren besetzt. Die Rückkehr der „Ostzieher“ erstreckte sich von Ende März bis Mitte Mai. Früh verpaarte Störche bebrüteten schon Ende März ein komplettes Gelege – bis zu sieben Wochen vor Legebeginn der letzten Nachzügler.

Insgesamt waren 51 Nester mit Paaren besetzt – exakt die Zahl vom Vorjahr!

In Wilkenburg, Stöcken, Helstorf, Fuhrberg und Uetze tauchten nur „Besucher“ an den Nestern auf. Es wurde nicht gebrütet. In Sievershausen gab es erstmals nach 17 Jahren wieder eine erfolgreiche Brut. Erstbruten gab es weiterhin in Liethe, Vesbeck sowie in der Ortsmitte von Steinhude und auf der neuen Masthilfe in Schillerslage.

Der Brutbestand ist damit in der Region konstant auf hohem Niveau.

Brutverlauf

Beim Weißstorch hängt der Bruterfolg ab von dem Nahrungsangebot der Saison, von der Bruterfahrung der Eltern sowie vom Wetter. Das Nahrungsangebot war unauffällig und gut. Ungünstig aber war über die ganze Saison hinweg das Wetter! Als Ende April die Jungen der Frühbrüter schlüpften, herrschte ein Kälteeinbruch mit (Nacht-)Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt und auch Nässe. Opfer waren die Jungen in Meitze und Niedernstöcken.

Zu kalt und nass war es nochmals zum Zeitpunkt der Eisheiligen und der Schafskälte. Vor allem Ende Mai (Starkregen) und dann den Juni hindurch gab es einfach zu viel Niederschlag. Dauernässe und niedrige Temperaturen bedeuten für die exponiert sitzenden Nesthocker vielfach den Tod. Sie verklammen, reagieren apathisch und werden dann von Eltern abgeworfen. Betroffen waren in diesem „Sommer“ alle Nester, auch die späteren Bruten. Überall dort, wo nur ein oder zwei Jungstörche ausgeflogen sind, haben vermutlich die bruterfahrenen Eltern den Totalverlust verhindern können.

An einigen Nestern hat es auch heftige Kämpfe mit Paar- oder Partnerwechsel sowie Ei- oder Jungen-Verlusten gegeben (Alt-Laatzen, Altenhorst, Lohnde, Brelingen, Schillerslage). In Neustadt sind nun im fünften Jahr in Folge keine Eier gelegt worden. Offensichtlich kann die Störchin keine Eier legen. Hervorzuheben ist, dass es trotz der widrigen Wetterbedingungen doch drei Nester mit jeweils vier Jungen gegeben hat (Arpke, Grasdorf, Blumenau).

Insgesamt sind 15 Paare ohne Nachwuchs geblieben. Das ist mit 29,4 Prozent aller besetzten Nester kein guter Wert. Die 36 erfolgreichen Paare haben 76 Junge aufgezogen. Bezogen auf alle Paare hat es damit 1,49 Junge pro Paar gegeben. Dieser Wert liegt deutlich unter dem langjährigen Mittel von 1,8 Jungen pro Paar. 2016 ist damit vom Brutergebnis her kein gutes Storchenjahr gewesen.

Dennoch muss man sich um den Bestand nicht sorgen. Die Paarzahl ist nach wie vor auf hohem Niveau. Erfreulich sind zudem die vielen übersommernden Nichtbrüter, die in diesem Jahr die ganze Saison über zu beobachten waren. Das waren jüngere Störche, die an der Grenze zur Geschlechtsreife stehen. Sie stellen populationsbiologisch gesehen die Brutreserve der Zukunft dar.

Weitere Informationen: Dr. Reinhard Löhmer, Naturschutzbeauftragter für die Weißstorchbetreuung in der Region Hannover, Tel. (0511) 834696

Quelle: Region Hannover

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