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Region Hannover: Blaualgen im Bereich Mardorf am Steinhuder Meer

Pressemeldung vom 7. Juli 2014, 10:22 Uhr

Region Hannover spricht Badewarnung aus

Hannover/Neustadt-Mardorf – Aufgrund von starkem Blaualgenwachstum warnt das Gesundheitsamt der Region Hannover vor dem Baden in Teilen des Steinhuder Meers. An der Badestelle an der Weißen Düne und am Hundestrand in Mardorf wurden am Freitag (4.7.) ein dichter Algenteppich und Aufrahmungen gesichtet. „Da das Verschlucken des Wassers zu Übelkeit, Erbrechen oder Atemnot führen kann, sprechen wir eine Badewarnung aus“, sagt Dr. Constanze Redlich, Leiterin des Teams Allgemeiner Infektionsschutz und Umweltmedizin. Entsprechende Hinweisschilder sind an den Badestellen angebracht.

Vor allem Kinder sollten nicht in Bereichen mit vermehrtem Blaualgenaufkommen baden und dort vom Plantschen im Uferbereich absehen. Auch der Kontakt mit der Haut kann zu Reizungen führen. Da sich außerhalb der Badestellen ebenfalls Blaualgen im Uferbereich konzentrieren können, weist die Region Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer vorsorglich darauf hin, dass auch Hunde in diesen Bereichen nicht baden und kein Wasser schlucken sollten. Die Konzentration von Blaualgen ist derzeit am Hundestrand in Mardorf besonders hoch.

In nährstoffreichen Gewässern wie dem Steinhuder Meer kann es bei anhaltend warmem Wetter zu mitunter starkem Wachstum von Algen und Blaualgen kommen. Manche Arten der Blaualgen scheiden gesundheitsschädigende Stoffwechselprodukte aus, die zu allergischen oder toxisch bedingten Gesundheitsstörungen führen können. Kennzeichen für eine starke Blaualgenentwicklung sind eine bläulich-grünliche Trübung des Wassers, eine Sichttiefe von weniger als einem Meter und Schlierenbildung oder Aufrahmungen am Ufer. An welchen Uferbereichen sich Blaualgen konzentrieren, hängt im Wesentlichen von der Windrichtung ab. Das Aufkommen kann sich daher innerhalb kurzer Zeit ändern.

Der Fachbereich Gesundheit der Region Hannover überwacht während der Badesaison vom 15. Mai bis zum 15. September 23 Seen in der Region. Im vierwöchigen Rhythmus nehmen Hygieneinspektoren Proben, um das Wasser bakteriologisch auf zwei Keimarten – so genannten Intestinalen Enterokokken und Escherichia coli – zu untersuchen. Außerdem wird der See anhand der Sichttiefe auf das Vorkommen von Blaualgen geprüft.

Fragen und Antworten zum Thema Blaualgen:

Was sind Blaualgen oder Cyanobakterien?
Wasserblüten, wie die auf den Bildern, bestehen aus so genannten Blaualgen. Die Bezeichnung Blaualgen ist allerdings trügerisch, weil Blaualgen Bakterien ähnlicher sind als Algen und selten blau aussehen. Meist versteckt sich ihr blaues Pigment unter dem grünen Chlorophyll-a. Cyanobakterien ist der korrekte Name für Blaualgen.

Woher kommen Cyanobakterien in Seen?
Cyanobakterien sind in unseren Seen und Flüssen natürliche Teile der Lebensgemeinschaften. Vor allem in nährstoffreichen Gewässern kann es bei anhaltend warmem Wetter zu einem sehr starken Wachstum von Algen und Blaualgen („Blaualgenblüte“) kommen. Je nach Wetterlage können Cyanobakterien auch zur Oberfläche auftreiben und Schwimmteppiche und Aufrahmungen bilden, die der Wind am Ufer zusammentreiben kann. Das kann sehr schnell gehen und ist kaum vorhersagbar.

Wie gefährlich sind Cyanotoxine?
Giftige Cyanobakterien sind ein Gesundheitsrisiko, insbesondere wenn Wasser mit hohen Konzentrationen geschluckt wird oder in die Atemwege gelangt. Dies passiert am ehesten bei Wassersportarten mit intensivem Wasserkontakt, wie Wasserskifahren, Windsurfen, Tauchen und Kopfsprung, aber auch beim Segeln in stürmischem Wetter.

Cyanobakterien können Übelkeit, Durchfall oder gar Entzündungen von Hals, Augen und Ohren hervorrufen. Eine Aufnahme von Cyanotoxinen durch die Haut ist unwahrscheinlich. Schwerwiegendere Folgen sind Magen-Darm-Entzündungen, Atemwegserkrankungen oder allergische Reaktionen.

Bei Kindern kann sich Lebensgefahr einstellen, wenn sie viel Wasser schlucken – etwa beim intensiven Toben oder gegenseitigem Untertauchen. Insbesondere in den flachen Bereichen ist oft die größte Konzentration von Cyanobakterien.

Für Hunde und andere Haustiere können Cyanobakterien tödlich sein, wenn sie sich nach dem Baden die „Erbsensuppe“ aus dem Fell lecken. Manche Hunde mögen auch verrottendes Blütenmaterial am Ufer. Daran sind schon einige Hunde verstorben.

Worauf sollten Badende achten?
Wenn das Wasser grünlich-trübe ist oder wenn darauf eine grüne Schicht schwimmt („Wasserblüte“): nichts schlucken! Aerosol vermeiden, zum Beispiel beim Wasser-Ski-Fahren und Windsurfen. Kinder vor dem Toben in flachen Bereichen schützen, wenn sich dort hohe Konzentrationen von Blaualgen gesammelt haben.

Sorgsam die Situation am See in den Blick nehmen und die Wassertiefe prüfen. Dabei langsam ins Wasser waten, ohne Sediment aufzuwirbeln. Wenn man von der Kniehöhe die Füße nicht mehr sehen kann, sollte das Baden in diesem Bereich vermieden werden. Nach dem Baden gründlich duschen und Badesachen reinigen, um spätere Hautreizungen zu vermeiden.

Wer nach dem Baden gesundheitliche Beschwerden hat, sollte einen Arzt aufsuchen und das Gesundheitsamt informieren.

Quelle: Region Hannover / Team Kommunikation

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