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PETA Deutschland e.V.: Kein Angeln beim Osnabrücker Ferienpass: PETA kritisiert Einschüchterungsversuche durch Politik und Angelverband

Pressemeldung vom 27. März 2017, 16:37 Uhr

Tierleidlobby gegen Jugendpflege: Vertreter von CDU, FDP und dem Angelverband Niedersachsen laufen Sturm gegen die Entscheidung der Jugendpflege Osnabrück, beim Ferienpass keine Angelkurse anzubieten. Die Einrichtung hatte sich wegen ethischer und pädagogischer Bedenken zu diesem Schritt entschlossen. Gefordert wird nun, das Angeln wieder in das Freizeitangebot aufzunehmen. PETA hat sich derweil bei der Jugendpflege für die mitfühlende und vorbildliche Entscheidung bedankt. Die Tierrechtsorganisation fordert die Politiker und Interessensverbände auf, das Einstellen der Angelaktion im Sinne des Tierschutzes zu respektieren.

„Der Druck, der seitens der CDU, FDP und des Angelverbands auf die Jugendpflege Osnabrück ausgeübt wird, muss aufhören“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Kinder sind zwar gerne in der Natur, aber für sie kann es traumatisierend sein, zuzusehen, wie ein Fisch erschlagen und aufgeschnitten wird. Fische sind sensible Lebewesen und kein Spielzeug.“

Angeln als Ferienaktivität ist weder ethisch noch pädagogisch sinnvoll. Kinder lernen dabei, wie man friedliche Wirbeltiere in eine Falle lockt, ihnen einen Haken durch den Mund bohrt und sie tötet. Für Fische und Kinder ist dies eine traumatisierende Erfahrung.

2016 hatte PETA den Leiter der Ferienpass-Aktion angezeigt, weil laut Tierschutzgesetz nur der Nahrungserwerb das Töten eines Wirbeltiers rechtfertigt. Beim Ferienangeln für Kinder steht jedoch der Freizeitfaktor im Vordergrund.

Fische sind neugierige und freundliche Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben, kommunizieren auf vielfältige Weise und schließen Freundschaften. Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.“ [1]

[1] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose).

Quelle: PETA Deutschland e.V.

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