Energiewechsel

Osterode am Harz: Hygieneartikel bereiten Probleme bei der Abwasserbeseitigung

Pressemeldung vom 20. März 2017, 14:13 Uhr

Mit Problemen ganz spezieller Art haben die Mitarbeiter der Stadt Osterode am Harz zunehmend bei der Abwasserbeseitigung zu kämpfen. Hygieneartikel, wie sie offenbar immer beliebter werden, verstopfen die Kanalisation und erschweren die Reinigung der Abwässer in der städtischen Kläranlage.

Besonders sogenannte Feuchttücher, die von den Haushalten in die Kanalisation gespült werden, bereiten immer mehr Schwierigkeiten. Sie sind reißfest und lösen sich nicht auf. In doppelter Hinsicht stören sie den Betrieb, erläutert Simone Schneider, Geschäftsführerin des städtischen Abwasserbetriebs: „Erstens sammeln sie sich mitunter im Kanalnetz an und machen die Rohre dicht, zweitens verstopfen sie dort, wo Hebeanlagen zum Einsatz kommen, die Pumpen.“ Das ist nicht nur teuer, weil die Technik beschädigt wird, es kann auch zum Ausfall einer Hebeanlage führen. Dann staut das Abwasser im Kanal zurück und schlimmstenfalls tritt es in tief liegenden Einleitungsstellen der angeschlossenen Häuser wieder aus. Auf jeden Fall kostet die Beseitigung der Verstopfung Geld, das über die Abwassergebühren wieder hereingeholt werden muss. Dabei ist es nicht nur das beliebter werdende Feuchttuch, das Schneider Sorgen macht. „Es gibt kaum etwas, was nicht in der Toilette hinuntergespült wird“, sagt sie, und meint damit auch Windeln, Verbandmaterial und vieles mehr. In den Haushalten, in denen eine private Abwasserpumpe arbeitet, so Schneider, käme niemand auf die Idee, diese Abfälle in die Toilette zu werfen, weil dann die eigene Anlage streikt. Denn die Abfälle und die sonstigen in der Toilette weggespülten „Produkte“ müssen ja erst mal in das öffentliche Netz gelangen. Die privaten Leitungen auf dem Grundstück sind aber meist kleiner im Durchmesser als die öffentlichen Kanäle, oft verwinkelt und durch eventuell über die Spüle entsorgte Haushaltsfette ohnehin verengt. Hier kann sich schnell eine Verstopfung bilden. „Dann treffen die >Bescherung< eines Rückstaus ins Haus und die Kosten, um sie zu beseitigen, den Grundstücksbesitzer selbst.“ Dabei ist es ganz klar, dass solche Stoffe nicht in die Kanalisation gehören. Schon die Abwasserbeseitigungssatzung verbietet das. Auf den Verpackungen weisen die Hersteller auch darauf hin, dass Feuchttücher nach Benutzung in den Hausmüll gehören – aber oft recht klein und auf Anhieb kaum erkennbar. Böse Absicht unterstellt Simone Schneider den Nutzern dabei nicht. Vielmehr sei in der Bevölkerung aus Unkenntnis nicht das Bewusstsein vorhanden, was erlaubt ist und was nicht.

Quelle: Stadt Osterode am Harz

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