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Oldenburg: Zwei Kilometer nur Schnipsel

Pressemeldung vom 6. Juli 2009, 17:01 Uhr

Stadtarchiv Oldenburg beteiligt sich an Rettungsaktion des Kölner Stadtarchivs

Oldenburg. Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs am Rande der Kölner Südstadt im März diesen Jahres sind Helferinnen und Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland dabei, die historischen Dokumente aus dem Zeitraum des frühen Mittelalters bis zur Gegenwart zu sichern. Auch das Stadtarchiv Oldenburg beteiligt sich an der Rettungsaktion.

Das Archivgut wird in einer riesigen Möbelhalle in Köln-Porz aufbewahrt. Wir Helferinnen und Helfer sind mit Atemschutzgerät, Kunststoffhandschuhen und weißem Overall ausgestattet und arbeiten in zwei Schichten, so Claus Ahrens vom Stadtarchiv Oldenburg.

Die durcheinander geratenen Unterlagen, die an der Einsturzstelle geborgen wurden, werden gereinigt, geordnet, neu erfasst beziehungsweise kurz verzeichnet und in Vlies-Tücher gebettet. Anschließend wird das Material getrocknet, in Archivkartons verpackt und an verschiedene Archive der Region verteilt, die Lagerflächen zur Verfügung gestellt haben. Das stärker verschmutzte, nasse oder sogar schimmelige Schriftgut wird besonders gekennzeichnet und in Kunststoff-Folie eingepackt. In Gitter-Transportkästen werden die Dokumente in Kühlhäuser gebracht, um weiteren Schäden vorzubeugen.

Dr. Bettina Schmidt-Czaia, Leiterin des Historischen Archivs der Stadt Köln, freut sich über die Hilfe aus Nah und Fern: Die starke Unterstützung von außerhalb stärkt uns und macht uns immer wieder Mut, weiter zu machen. Ohne die tatkräftige Hilfe so vieler Kolleginnen und Kollegen, wären wir heute noch lange nicht soweit.

Bislang konnten von den 28 Kilometern Archivgut (Maßeinheit der Archive, wobei der Bestandsumfang in Unterlagen aufeinander gestapelt gemessen wird) etwa 25 Kilometer gerettet werden. Allerdings befinden sich darunter mindestens zwei Kilometer Schnipsel. Die zukünftigen Archivierungsarbeiten sind noch enorm: Die Restaurierung wird voraussichtlich zwei bis drei Jahrzehnte in Anspruch nehmen und schätzungsweise 300 Millionen Euro kosten.

Quelle: Stadt Oldenburg – Pressestelle

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