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Oldenburg: Frau sein, auch mit Handicap ganz schön behindert: Dokumentation einer erfolgreichen Seminarreihe liegt vor

Pressemeldung vom 23. Juli 2009, 15:36 Uhr

Oldenburg. Wie schaffen es Frauen, mit einer Behinderung zu leben und sich dennoch als weiblich, schön und selbstbewusst zu empfinden und zu zeigen? Bei einer dreitägigen Seminarreihe für körperbehinderte Frauen im vergangenen Jahr war gerade das die Frage, die es zu beantworten galt. Und so bekamen die Teilnehmerinnen die Chance, sich mit eigenen und gesellschaftlichen Konzepten von Weiblichkeit und Schönheit auseinanderzusetzen. Daraus entstanden ist die Dokumentation mit dem Titel ganz schön behindert, die die Entwicklung, Durchführung und Auswertung dieser Seminarreihe nachzeichnet. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, 23. Juli, im Frauenbüro der Stadt Oldenburg, wurde die Dokumentation nun erstmals vorgestellt. Die Dokumentation ist abrufbar unter www.oldenburg.de

Für die meisten körperbehinderten Frauen ist es überhaupt nicht selbstverständlich, sich schön, attraktiv und einzigartig zu finden. Stattdessen verstecken viele ihren Körper, wollen möglichst wenig auffallen und wissen nicht, wie sie ihre natürliche Schönheit besser unterstreichen können, so Wiebke Hendeß, Behindertenberaterin und Moderatorin der Seminare.

Hier setzt das Konzept der Reihe an. Begleitet von der Moderatorin Hendeß, die selbst Rollifahrerin ist, und Fachfrauen für Farbberatung, Ausdruck und Kosmetik, hatten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, eine Farb- und Typberatung machen zu lassen, Schmink- und Kosmetiktipps auszuprobieren und in Übungen zu erfahren, wie das eigene Auftreten selbstbewusster gestaltet werden kann. Die vielen praktischen Tipps, die sofort ausprobiert wurden, die gegenseitige Anerkennung und die besondere Atmosphäre, die die Fachfrauen verbreiteten, sicherten den Erfolg der Seminare, so Kornelia Ehrhardt, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg. Eine Teilnehmerin drückte ihr Gefühl in dem Ausruf aus: Hey, ich bin ja doch eine Frau!

Insgesamt nahmen 17 Frauen unterschiedlichen Alters, also von Anfang 20 bis Mitte 60, an den Workshops teil, wobei die Art der körperlichen Beeinträchtigungen sehr unterschiedlich war. Die meisten Frauen buchten gleich mehrere Seminare. Die Teilnehmerinnenzahl war bewusst sehr gering gehalten, so dass in der kleinen Gruppe eine größere Intimität entstehen konnte. Dadurch konnten die teilnehmenden Frauen aber auch besser bei der Umsetzung unterstützt werden.

Veranstalterinnen waren Anja Kleinschmidt, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Ammerland und das Frauenbüro der Stadt Oldenburg in Kooperation mit SeGOld e.V. (Selbstbestimmt Leben Gemeinschaft Oldenburg). Gefördert wurde die Veranstaltungsreihe durch den Bezirksverband Oldenburg.

Quelle: Stadt Oldenburg – Pressestelle

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