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Oldenburg: Erfolgreiche Arbeit im Integrationszentrum fuer gehoerlose Menschen

Pressemeldung vom 15. Juli 2009, 15:36 Uhr

Oldenburg. Denny Reuter ist 30 Jahre alt, gelernter Zierpflanzengärtner und arbeitet in seinem Ausbildungsberuf auf dem wunderschönen Gertrudenfriedhof der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Oldenburg. Seit November letzten Jahres pflegt er dort Rasenflächen, Gräber und erledigt alle auf einem Friedhof anfallenden Aufgaben. Die ersten Monate tat er das im Rahmen eines Praktikums und seit dem 23. Mai in Festanstellung. Soweit ist dies erst einmal nichts Ungewöhnliches. Denny Reuter jedoch ist gehörlos und zudem leicht mehrfach behindert. Für die Gruppe der Gehörlosen ist es in Deutschland ungleich schwerer, eine feste Arbeitsstelle zu finden, als für normal hörende Menschen.

Vor diesem Hintergrund hat die ARGE Oldenburg im August letzten Jahres die Initiative ergriffen und in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) das Integrationszentrum für gehörlose und gehörbeeinträchtigte Menschen an der Kanalstraße 23 in Oldenburg ins Leben gerufen. Ziel dieser Einrichtung ist es, Menschen mit starker oder kompletter Höreinschränkung den Einstieg und den Wiedereinstieg in das Berufsleben zu erleichtern. An diesem Ziel arbeiten seit fast einem Jahr vier BNW-Mitarbeiterinnen, Anna Meistes, Carola Haare, Meike Dittmar und Kirstin Mohrmann-Dietrich. Zu deren professionellem Handwerkszeug gehört neben der Fähigkeit, sich durch Gebärdensprache mit den Gehörlosen zu verständigen auch die Qualifizierung durch Grundlagenunterricht, die intensive Beratung und Betreuung der Teilnehmenden und eine individuelle Arbeitsassistenz während der Praktikumsphasen. Durch die Arbeitsassistenz wird vor allem die Kommunikation zwischen Hörenden und Nichthörenden unterstützt. Diese war auch im Praktikum von Denny Reuter wichtig, um kleine Barrieren aus dem Wege zu räumen und Platz für einen erfolgreichen Berufseinstieg zu schaffen. Wie der Leiter des Friedhofsbetriebes an der Kirchstraße, Herr Kleinschmidt betonte, brauchten alle Beteiligten schon ein wenig Zeit und vermittelnde Besuche der BNW-Mitarbeiterin Kirstin Mohrmann-Dietrich, um zu wissen, wie sie miteinender kommunizieren können. Am Ende des Praktikums war er mit der Arbeitsleistung des Praktikanten so zufrieden, dass er Denny Reuter ab dem 23. Mai eine feste Anstellung anbieten konnte. Die pädagogische Mitarbeiterin des BNW Oldenburg Kirstin Mohrmann-Dietrich, selbst gehörlos, hatte durch ihre Kenntnisse der Gehörlosenkultur einen sehr direkten Zugang zu Herrn Reuter, wie sie uns berichtete. Dieser direkte Draht habe ganz sicher auch zum guten Erfolg der Maßnahme beigetragen.

Für die BNW-Mitarbeiterin Carola Haare ist es ein kleines Wunder, dass von den insgesamt 18 Hörbehinderten im Integrationszentrum bis heute fünf in fester Arbeit sind und zwei weitere gute Chancen haben, in näherer Zukunft einen Arbeitsvertrag unterschreiben zu können. Alle 18 Teilnehmenden konnten in betrieblichen Praktika ihre beruflichen Kenntnisse auffrischen und sich für den ersten Arbeitsmarkt empfehlen. ARGE-Chef Volker Trautmann ist begeistert von der erfolgreichen Arbeit im Integrationszentrum. Unsere zunächst eher niedrigen Erwartungen wurden weit übertroffen, so Trautmann. Für die Fachbereichsleiterin Gesundheit und Beruf beim BNW Oldenburg, Renate Scherer, ist das Integrationszentrum ein gutes Bindeglied zwischen der hörenden und der nicht hörenden Welt.

Auch künftig haben hörbehinderte und gehörlose Menschen die Möglichkeit, im Integrationszentrum beim BNW Oldenburg in der Kanalstraße 23 durch zielgruppengerechten Unterricht und sehr individuell und eng betreute Praktika ihre Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu verbessern. Ansprechpartnerin beim BNW: Frau Renate Scherer, Tel.: 0441/21906-18.

Quelle: Stadt Oldenburg – Pressestelle

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