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Lüneburg: Verbindung auf einem festen Fundament – 10 Jahre Partnerschaft zwischen den Landkreisen Lüneburg und Wagrowiec

Pressemeldung vom 27. Juli 2009, 16:20 Uhr

Lüneburg. Vom 23. bis zum 25. Juli 2009 besuchte eine Delegation des Landkreises Lüneburg den polnischen Landkreis Wagrowiec. Die rund 25-köpfige Gruppe, die sich aus Vertretern aus Politik, Verwaltung und Verbänden zusammensetzte, war zu den Feierlichkeiten anlässlich des 10-jährigen Partnerschaftsjubiläums nach Polen gereist.
Das Programm stand dann auch ganz im Zeichen des Jubiläums. Wichtigste Punkte waren eine Konferenz mit dem Thema „Landkreis Wagrowiec – Landkreis Lüneburg: 10 Jahre der partnerschaftlichen Zusammenarbeit“ sowie eine feierliche Ratsitzung des Kreises am 24. Juli 2009. An diesem Tag vor genau 10 Jahren wurde die Partnerschaft zwischen den beiden Landkreisen Wagrowiec und Lüneburg mit den Unterschriften der damaligen Landräte Franz Fietz und Jozef Sulikowski besiegelt. Nun haben die amtierenden Landräte Manfred Nahrstedt und Michal Piechocki die Urkunde im Rahmen einer feierlichen Ratssitzung des Kreises erneut unterzeichnet – als „Zeichen, dass die Landkreise auch heute noch fest zu der Partnerschaft stehen“, wie beide Landräte betonten.
„Die Kontaktaufnahmen, die gegenseitigen Besuche, die offiziell geschlossene Partnerschaft und schließlich die uns verbindende Freundschaft haben dazu geführt, dass wir die Vergangenheit, die unsere beiden Völker entzweit hatte, zwar nicht vergessen, sehr wohl aber bewältigen konnten“, so Landrat Manfred Nahrstedt. Sein polnischer Amtskollege sah es genauso und erklärte: „Unsere Partnerschaft ist aus historisch gewachsenen Verbindungen zwischen beiden Landkreisen entstanden. Die partnerschaftlichen Beziehungen sind dem Handeln der Regierungen vorausgegangen. Schließlich erfolgte der EU-Beitritts Polen fünf Jahre nach der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde.

Höhepunkte der Kreisratssitzung waren neben der Erneuerung des Partnerschaftsvertrages sicher die Ehrung von insgesamt zehn Persönlichkeiten, die sich im besonderen Maße um die Partnerschaft bemüht haben. Aus dem Landkreis Lüneburg waren das Christa Krüger, Vorsitzende des Vereins für Internationale Partnerschaften, der ehemalige Landrat Franz Fietz, Helmut Harneit, ebenfalls vom Verein für Internationale Partnerschaften sowie Joachim Pritzlaff, Bürgermeister der Gemeinde Adendorf, und Helmut Völker, Bürgermeister der Samtgemeinde Amelinghausen.
In seiner Rede betonte Landrat Manfred Nahrstedt noch einmal, dass sich die Qualität einer Partnerschaft nicht daran messen ließe, wie gut die Repräsentanten miteinander auskommen. Vielmehr käme es auf den Kontakt der Menschen untereinander an. Diesen Kontakt zwischen Bürgerinnen und Bürgern – Jung und Alt, Vereinen, Schulen und vor allem auch die wechselseitige Anteilnahme hätte es immer gegeben.
„Wenn eine Partnerschaft im Laufe der Jahre nicht zur Routine und Pflichterfüllung wird, dann ist das etwas ganz Besonderes. Unsere Partnerschaft ist voller Vitalität, herzlicher menschlicher Kontakte, beiderseitigem Respekt und gegenseitigem Interesse“, fasste der Landrat zusammen.
Dass diese Worte keine reinen Plattitüden sind, davon hatten sich die Teilnehmer schon im Rahmen der Konferenz überzeugen können. Nach Vorträgen unter anderem zu den Themen „Die Rolle der lokalen Selbstverwaltung in den gegenseitigen deutsch-polnischen Kontakten“ sowie „Die engere Heimat in Deutschland und in Polen – Erfahrungen aus der Vergangenheit und Zukunftsperspektiven“, wurden konkrete Beispiele vorgestellt.
Zunächst präsentierte eine Studentin die wichtigsten Ergebnisse ihrer Magisterarbeit „10 Jahre der partnerschaftlichen Zusammenarbeit“. Für sie hat der Erfahrungsaustausch dazu beigetragen, Stereotype und Befürchtungen gegenüber dem Nachbarn zu bewältigen sowie die gutnachbarschaftlichen Beziehungen wieder aufzubauen. „Die Partnerschaft wurde zum Weltfenster für künftige Generationen in dem vereinten Europa.“ Das bestätigten auch die anschließend vorgestellten praktischen Beispiele, wie das jährlich stattfindende Jugendcamp „Arbeit für den Frieden“ vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die internationalen Jugendsportcamps des Kreissportbunds, von denen bereits 20 organisiert wurden, die Zusammenarbeit der Schützengilden und der Landwirte aus den beiden Landkreisen. Zum Abschluss der Konferenz stellten dann noch Jugendliche aus Wapno und Amelinghausen ihr jährlich stattfindendes Jugendcamp vor, aus dem heraus schon viele grenzübergreifende Freundschaften entstanden sind.
Dass nicht nur Jugendliche schnell Kontakte knüpfen konnten, stellten auch alle Teilnehmer des Partnerschaftstreffens unter Beweis. Denn trotz des engen Programms kamen auch die persönlichen Gespräche und das gemeinsame Feiern nicht zu kurz – ein rundum gelungener Jubiläumsbesuch, wie die Teilnehmer einvernehmlich bei der Verabschiedung feststellten.

Quelle: Landkreis Lüneburg – Pressestelle

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