Energiewechsel

Löningen: Vorsicht bei Rechnungen von Czech Media Factoring

Pressemeldung vom 7. April 2011, 11:33 Uhr

Mehrere Löninger Bürger und Unternehmen haben in der Vergangenheit Rechnungen von einem Unternehmen Czech Media Factoring aus Petersberg erhalten, die sie nicht nachvollziehen konnten. In diesem Zusammenhang weist die Löninger Stadtverwaltung auf Warnungen von verschiedenen Verbraucherzentralen hin.
Angeblich haben die Angeschriebenen bestimmte Telefonnummern angerufen und eine „kostenpflichtige Serviceleistung von R.M.I“ in Anspruch genommen. In den Mahnschreiben und Zahlungsaufforderungen wird dann darauf hingewiesen, dass es sich um Telefonsexdienstleistungen von R.M.I. handeln würde. Die Verbraucherzentralen raten zu Folgendem: nicht zahlen, gegebenenfalls der Zahlungsaufforderung widersprechen und sich nicht von Mahnungen und Inkassoschreiben verunsichern lassen.
Eine Zahlungsverpflichtung besteht demnach nur, wenn eine kostenpflichtige Leistung tatsächlich bestellt wurde.
„Telefonerotikdienste werden üblicherweise über 0900er-Rufnummern abgerechnet. Solche Premium-Dienste im Sinne des Telekommunikationsgesetzes (TKG) unterliegen in Deutschland festen Regeln, etwa im Hinblick auf Preistransparenz, Preisansagepflichten und Preishöchstgrenzen“, so Peter Lassek,
Referent für Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Hessen. „Wer als Anbieter die Verbraucher schützenden Regeln über die Anwahl von Ortsnetzrufnummern umgehen will, wird spätestens bei der Durchsetzbarkeit seiner angeblichen Forderungen Schwierigkeiten bekommen. Denn Verbraucher sind in diesen Fällen der Umgehung nicht zur Zahlung eines Entgelts verpflichtet“, so Lassek weiter.
Wer gegen die Rechnung bzw. Mahnung Widerspruch einlegen will, so die Stadtverwaltung weiter, kann dazu bei den Verbraucherzentralen im Internet Musterbriefe erhalten oder sich an die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen wenden.
Die in dem Schreiben genannten Ortsnetzrufnummern sollten zudem der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Diese kann weiteren Missbrauch durch die Abschaltung dieser Nummern unterbinden. Zum Teil sind jedoch um drei Stellen gekürzte Rufnummern oder gar keine Rufnummern in den Rechnungen aufgeführt. Für ein Tätigwerden der Bundesnetzagentur ist die Kenntnis einer ungekürzten Rufnummer sowie deren rechtswidriger Nutzung unbedingt erforderlich.
Verstöße von Unternehmen können an folgende Adresse gemeldet werden:
Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
Anschrift: Schütt 13, 67433 Neustadt
Telefax: 0 63 21 / 93 41 11
Telefon: 0 29 1 / 9 95 52 06
E-Mail: rufnummernmissbrauch@bnetza.de
Spätestens wenn ein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt wird, müssen Betroffene reagieren. Gegen diesen kann binnen einer Frist von zwei Wochen Widerspruch eingelegt werden. Der behauptete Zahlungsanspruch des Anbieters wird dann in einem gerichtlichen Verfahren geklärt. „Der Verbraucherzentrale Hessen ist bislang noch kein Fall bekannt geworden, in dem das Petersberger „Unternehmen“ einmal seine Drohung wahr gemacht und die angeblichen „Schulden“ per Mahnbescheid oder Klage gerichtlich durchgesetzt hätte“, so Lassek weiter.
Die Stadt weist weiter darauf hin, dass die Czech Media Factoring zum Teil auch unter den Namen MC Multimedia, TRC Telemedia und Roxborough Management entsprechende Rechnungen versendet.

Quelle: Stadt Löningen

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