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Göttingen: Mountainbike im Stadtwald – ein Problem und ein Runder Tisch

Pressemeldung vom 5. Juli 2011, 15:17 Uhr

Sind Mountainbiker die unbeliebtesten Sportler Göttingens? Jahr für Jahr fahren sie zu Tausenden durch den Göttinger Stadtwald. Was die meisten dabei nicht wissen: Nur auf den befestigten Wegen bewegen sie nach aktueller Gesetzeslage legal. Diese Wege zu verlassen, ist genauso verboten wie neue anzulegen. Aus Sicht des Stadtforstamtes und des städtischen Naturschutzes hat sich damit ein großes und wachsendes Problem entwickelt, dem die Göttinger Sport und Freizeit GmbH in Zusammenarbeit mit der Stadt eine Veranstaltung am „Runden Tisch“ widmen will. Termin: Donnerstag, 14. Juli 2011, um 18.30 Uhr im Sitzungssaal 118 im 1. Obergeschoss des Neuen Rathauses. Dort soll der Versuch unternommen werden, gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten, das den Belangen von Forst und Naturschutz und den Interessen der Sportler/innen entspricht. Andernfalls, so heißt es aus dem Rathaus, sind stärkere Kontrollen und schärfere Sanktionen unvermeidlich.
Zahlreiche Mountainbiker nehmen den gesamten Wald für sich in Anspruch. Um die Strecken noch anspruchsvoller zu gestalten, werden auf Wegen Schanzen, Sprünge und Steilkurven errichtet. Die so genannten Trails kreuzen dabei oft viel genutzte Wanderwege. Die Geschwindigkeiten der Radfahrer sind enorm. Dass die Mountainbiker zur Rücksichtnahme gegenüber Spaziergängern und Wanderern verpflichtet sind, wird dabei oft vergessen.
Dadurch stellen die Mountainbiker das Stadtforstamt Göttingen vor erhebliche Probleme. Zum einen kann die Stadt keine Haftung für die Strecken übernehmen und zum anderen gibt es massive Nutzungskonflikte zwischen Fußgängern, Reitern und Mountainbikern, vor allem im Bereich des Hainbergs und des Molkengrunds. Hier kommt es zum Teil bereits zu einer großflächigen Zerstörung von geschützter Vegetation und von Parkanlagen. Der tatsächliche Sachschaden, der allein dem Stadtforstamt entstanden ist, überschreitet

deutlich die 10.000 Euro-Grenze. Deshalb müssen immer wieder illegal angelegte Wege unbefahrbar gemacht werden.
Kritisch wird das Treiben der Mountainbiker auch von der „Unteren Naturschutzbehörde“ betrachtet, liegt der Göttinger Wald doch entweder im Landschafts- oder im Naturschutzgebiet. Die Schäden, die die Mountainbiker durch das Querfeldeinfahren verursachen, sind immens und reichen vom Eingriff in die Natur durch bewusste Erdarbeiten bis hin zu Schäden an Wurzeln durch häufiges Überfahren.
Unter den Mountainbikern gibt es unterschiedliche Gruppen. Die „Downhiller“ wollen eine möglichst steile Strecke mit vielen technischen Elementen in möglichst kurzer Zeit zurücklegen. Die überwiegende Anzahl der Göttinger Mountainbiker gilt jedoch als „Tourenfahrer“. die auch „mal“ einen „Trail mitnehmen“, aber eigentlich keine baulichen Anlagen benötigen.

Die Göttinger Sport und Freizeit GmbH & Co. KG (GoeSF) will Sportmöglichkeiten entwickeln und Sport – wo möglich – fördern. Deshalb werden die Mountainbiker am Donnerstag, 14. Juli, 18.30 Uhr, von der GoeSF zu einem „Runden Tisch“ eingeladen. Dort soll zunächst festgestellt werden, um welche sportlichen Interessen es den Mountainbikern geht, die nicht organisiert und ohne Ansprechpartner für die GoeSF oder die Stadtverwaltung sind.
Sollte bei diesem Treffen ein entsprechender Bedarf festgestellt werden, so soll in Zusammenarbeit mit Forst, Naturschutz und den Mountainbikern ein Konzept erarbeitet werden, das Mountainbike im Göttinger Wald „legalisiert“.

Quelle: Göttingen – Öffentlichkeitsarbeit

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