Energiewechsel

Göttingen: Möglicher Rückkauf der Anteile an der EON Mitte AG

Pressemeldung vom 6. Juni 2012, 16:12 Uhr

Einmalige Chance für die Energiewende in der Region

Die Fraktionen von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Stadtrat und im Kreistag sprechen sich dafür aus, die Rekommunalisierung der EON Mitte AG ernsthaft zu prüfen. „Auf die Chance, die Produktion, das Netz und den Vertrieb in kommunaler Hand zusammenzuführen, warten wir seit Jahren“, erklärt die energiepolitische Sprecherin der Stadtratsfraktion, Sabine Morgenroth. „Die Kommunen haben das Vorkaufsrecht, aber für dieses Milliardengeschäft brauchen wir Kapital, kreative Lösungen, kompetente Partner und vor allem ein faires Angebot der EON, das die KäuferInnen nicht in den Ruin treibt, sondern Perspektiven eröffnet für die regionale Energiewende.“

Wirklich überraschend kommt das Angebot nicht. „Spätestens seit Fukushima bläst der EON der Wind scharf ins Gesicht“, betont die energiepolitische Sprecherin der Kreistagsfraktion, Steffani Wirth. Der Imageverlust, der verschlafene Technikwandel für die Energiewende, neue Rahmengesetze und der Einbruch beim Gasgeschäft haben der EON zugesetzt. „Hinzu kommt das von uns in Göttingen angestoßene Bundeskartellverfahren, das in vielen Kommunen bei den jüngsten Verhandlungen über die Neuvergabe der Konzessionsverträge zusätzlich für Verunsicherung gesorgt hat.“ Die EON Mitte AG hat große Teile ihres Netzes an andere Betreiber verloren und ihr einst zusammenhängendes Netzgebiet gleicht heute einem Flickenteppich, erläutert Wirth. „Der EON Konzern hatte es hier wahrlich schwerer als andernorts und zieht jetzt die Konsequenzen.“

Die größten Stolpersteine bei den kommenden Verhandlungen sehen die Energiepolitikerinnen in der Ermittlung des Gesamtwerts der EON Mitte AG und beim Umbau der desolaten und veralteten Netze. Sie sind für eine Versorgung aus Großkraftwerken ausgelegt, nicht für eine intelligente Verknüpfung kleiner, dezentraler, regenerativen Energieanlagen, wie wir sie anstreben.“ Das Netz der EON Mitte AG erstreckt sich vom südlichen Niedersachsen bis nach Nordhessen und von Thüringen bis Nordrhein-Westfahlen. Die Stadt Göttingen ist eine von zwölf kommunalen AnteilseigentümerInnen in diesem Gebiet, die zusammen rund 27 Prozent der Anteile an dem Kommunalversorger halten. Am Montag gab die EON AG der Presse bekannt, dass sie diesen Kommunen auch die restlichen 73% der Anteile zum Verkauf anbietet. Erste Verhandlungen sollen in Kürze geführt werden.

Quelle: Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Göttinger Stadtrat

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