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Göttingen: Exzellenzinitiative – Uni Göttingen nicht mehr dabei

Pressemeldung vom 18. Juni 2012, 08:35 Uhr

Am Freitag wurden vom Bewilligungsausschuss des Bundes und der
Länder diejenigen Hochschulen bekanntgegeben, die bis 2017 aus Mitteln
der Exzellenzinitiative gefördert werden. Die Universität Göttingen
konnte sich, anders als erwartet, mit ihrem ‚Zukunftskonzept‘ nicht mehr
durchsetzen und verliert somit ihren Exzellenzstatus. Die „Göttinger
Graduiertenschule für Neurowissenschaften, Biophysik und Molekulare
Biowissenschaften (GGNB)“ und das Exzellenzcluster „Mikroskopie im
Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns (CNMPB)“ werden
allerdings weiter aus Mitteln der Exzellenzinitiative gefördert.

Einige Bereiche an wenigen auserwählten Hochschulen haben nun (wieder)
ein deutliches Plus in ihrem Etat zu verzeichnen. „Das darf aber nicht
davon ablenken, dass die deutliche Mehrzahl der Hochschulen viel zu
geringe Haushalte von den Ländern zugewiesen bekommt“, so der
AStA-Vorsitzende Tobias Fritzsche, der weiter ausführt: „Auch an den
geförderten Hochschulen ist nicht alles in Ordnung. Nur wenige Bereiche
– und schon gar nicht die Lehre – profitieren von der
Exzellenzinitiative. Das zeigt sich auch in der heute getroffenen
Entscheidung: An der Uni Göttingen werden weiterhin nur die
Naturwissenschaften gefördert; die Geisteswissenschaftliche
Nachwuchsakademie (GEWINA) wurde nicht berücksichtigt. Dadurch wird die
Ungleichgewichtung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften weiter
fortgeschrieben.“

Konkurrenzdenken zwischen den Hochschulen und die ‚Wirtschaftlichkeit‘
dieser werden durch die Exzellenzinitiative deutlich forciert. Statt
eines Miteinanders auf Augenhöhe wird der Druck auf die Hochschulen
erhöht, Drittmittel einzuwerben und ihre Konzentration auf jene
Forschungsbereiche zu legen, die zurzeit eine hohe wirtschaftliche
Verwertbarkeit versprechen. Auch kommt es zu einer Spaltung in ‚gute‘
und ’schlechte‘ Hochschulen. Durch diesen Prozess werden einzelne
elitäre Forschungsstandorte geschaffen, während der Großteil der
Hochschulen chronisch unterfinanziert bleibt.

„Es mag einige Bereiche an der Uni Göttingen enttäuschen für die bisher
geleisteten Anstrengungen zur Erlangung des Exzellenzstatus nicht
entsprechend belohnt worden zu sein. Aber das Leben geht weiter“, so
AStA-Referentin Pauline Wildenauer. „Statt jetzt krampfhaft zu
versuchen, an den Exzellenzprojekten fest zu halten, würden wir es
begrüßen, wenn die frei gewordenen Kapazitäten, die bisher in die
Ausarbeitung von Konzepten gesteckt wurden, nun wieder in die
Verbesserung der Lehre an allen Fakultäten fließen würden. Zu einer
umfassenden Lehre gehört natürlich auch gute bis sehr gute Forschung in
allen Bereichen – aber eben nicht nur.“

Quelle: AStA Uni Göttingen

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