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Göttingen: Tuberkuloseerkrankung an Grundschule in Nikolausberg

Pressemeldung vom 16. Januar 2017, 14:37 Uhr

Seit dem 6. Januar 2017 ist der Fachbereich Gesundheitsamt für die Stadt und den Landkreis Göttingen intensiv mit dem Fall einer ansteckungsfähigen Tuberkuloseerkrankung an der Janusz-Korczak-Grundschule in Göttingen-Nikolausberg beschäftigt. Für die rund 120 Schülerinnen und Schüler bestand damit die theoretische Möglichkeit einer Ansteckung mit Tuberkuloseerregern. Um eine Weiterverbreitung der Tuberkulose zu verhindern, ist eine Untersuchung von Kontaktpersonen erforderlich, also der Personen, die mit der erkrankten Person Kontakt hatten. Bei dieser sogenannten Umgebungsuntersuchung wird nach Art, Dauer und Intensität der Kontakte unterschieden. Darüber und über andere in diesem Zusammenhang wichtige Themen werden die Eltern im Rahmen einer Informationsveranstaltung am Donnerstag, 19. Januar 2017, (20.00 Uhr in der Schule) unterrichtet, weil die Nikolausberger Schüler/innen – wie natürlich alle erwachsenen Schulangehörigen – als Kontaktpersonen zu einem Bluttest (z. B. Quantiferon-Test) eingeladen werden sollen. Der Schulelternrat war bereits in der vergangenen Woche informiert worden. Der Quantiferon-Test ist ein Test zum Nachweis, bzw. Ausschluss einer Infektion mit dem Tuberkuloseerreger. Für den Test muss lediglich das Blut der Kontaktperson in speziellen Test-Blutentnahmeröhrchen entnommen werden. Eine Kontrolluntersuchung des Bluttestes ist nach ca. acht Wochen vorgesehen. Ein positiver Test muss nach Angaben des Göttinger Gesundheitsamtes nicht bedeuten, dass man an Tuberkulose erkrankt ist bzw. erkranken wird. Er zeigt lediglich, dass sich der Körper mit den Tuberkuloseerregern auseinandergesetzt und Antikörper gebildet hat. Bei einem positiven Ergebnis des Tests ist eine ergänzende Röntgenaufnahme der Lunge notwendig. Eventuell sind dann weitere Untersuchungen erforderlich. Der Bluttest kann, so das Gesundheitsamt in seinem Schreiben an die Eltern, auch ein Kinderarzt durchführen. „Wichtig ist, dass die Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz zum Ausschluss einer Infektion unbedingt erfolgen, auch um eine möglicherweise notwendige Behandlung rechtzeitig einleiten zu können,“ erklärte Dr. Eckart Mayr, Leiter des Gesundheitsamtes. Tuberkulose ist eine ansteckende Erkrankung, die durch Tuberkulosebakterien (Mykobakterien) verursacht wird. Sie kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Bei einer offenen Lungentuberkulose scheiden die Erkrankten die Erreger vor allem beim Husten und Niesen aus. Dabei gelangen feinste erregerhaltige Tröpfchenkerne in die Luft und können anschließend von anderen Menschen eingeatmet werden. Ob es zu einer Ansteckung kommt, hängt davon ab, wie lange und intensiv der Kontakt mit Erkrankten war und wie wirksam die Immunabwehr der Kontaktperson ist. Die Lungentuberkulose ist eine nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) dem Gesundheitsamt gegenüber meldepflichtige Erkrankung. Ziel der Meldepflicht ist es u. a. eine Verbreitung der Erkrankung zu verhindern. Deshalb werden alle Personen, die an einer Tuberkulose erkrankt sind, dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet. Für eine Ansteckung mit Tuberkulose sind längere, dauernde Kontaktzeiten notwendig. Die Übertragung ist nicht zu vergleichen mit der Ansteckungsfähigkeit bei einer Grippe oder bei Masern, bei denen bereits einmalige und kurze Kontakte für eine Infektion ausreichend sind. Flüchtige und kurze, wenig intensive Kontakte sind bei Tuberkulose nicht gefährlich. Die Kontaktpersonen gelten nicht als ansteckungsfähig. Tuberkulose ist gut behandelbar; mit einer Ausheilung ist bei adäquater Therapie zu rechnen. Man unterscheidet zwischen „Infektion“ und „Erkrankung“ an Tuberkulose. Nach einer Infektion mit den Tuberkulosekeimen entwickelt der eigene Organismus Abwehrkörper. Nur wenige der Infizierten erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Lungentuberkulose. Durch eine spezielle Medikamentengabe kann das Risiko der Entstehung einer Erkrankung gemindert werden. Ermittelte Kontaktpersonen werden im Rahmen der TBC-Umgebungsuntersuchung durch das Gesundheitsamt über die erforderlichen Schritte und Untersuchungen informiert. Eine mögliche Ansteckung ist über eine Blutuntersuchung festzustellen.

Quelle: Göttingen – Öffentlichkeitsarbeit

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