Energiewechsel

Göttingen: Preisverleihung des Wettbewerbs „Unser Dorf nutzt die Sonne“

Pressemeldung vom 3. Dezember 2015, 10:12 Uhr

Umweltminister Wenzel prämiert die Siegerorte
Kommunaler Klimaschutz ist lohnenswert. Dies gilt für die drei Siegerorte Groß Lengden, Willensen und Imbshausen im Besonderen. Sie nahmen vom Umweltminister Stefan Wenzel und den Dezernentinnen und Dezernenten der drei Landkreise Göttingen, Osterode am Harz und Northeim ein Preisgeld von jeweils 5.000 Euro entgegen. Zur Preisverleihung kamen am Dienstagabend im Rittersaal des Schlosses Herzberg rund 60 Kommunalvertreter aus Südniedersachsen. Den Siegerorten gelang es, die meisten Solarenergieanlagen in Bezug auf die örtlichen Potenzialflächen neu errichten zu lassen. Damit landeten sie beim Wettbewerb „Unser Dorf nutzt die Sonne“ ganz vorne. Der Ort Fredelsloh erhielt einen Sonderpreis in Höhe von 2.000 Euro. Die Preisgelder sind von den Siegerorten zweckgebunden für weitere Klimaschutzprojekte einzusetzen. Aber auch die 19 weiteren Teilnehmerdörfer gingen nicht leer aus. Ihr Engagement wurde mit kleinen Tannenbäumen gewürdigt.
Umweltminister Stefan Wenzel ging in seinem Grußwort auf den Stellenwert des Klimaschutzes auf kommunaler Ebene ein und kündigte an, dass es ein Niedersächsisches Klimaschutzgesetz und ein Leitbild für den Klimaschutz in Niedersachsen geben wird. Klimaschutz müsse in der Kommune verankert sein, wird aber vom Land nicht als sogenannte Pflichtaufgabe deklariert werden. Für die eigenen Liegenschaften des Landes hingegen wird die Vorbildfunktion deutlich verstärkt werden. Perspektivisch nehme außerdem die Sonnenenergienutzung in Niedersachsen eine wesentliche Rolle noch vor der Windenergienutzung ein. Diese müsse verstärkt vorangebracht werden, wozu der Wettbewerb wertvolle Impulse setze.
Erste Kreisrätin Frau Christel Wemheuer (Göttingen) hob in ihrer Stellungnahme die Wichtigkeit eines aktiven kommunalen Klimaschutzes hervor. Besondere Anstrengungen lägen in der Energieeinsparung kommunaler Liegenschaften, wo der Landkreis mit dem Klimaschutzmanagement unterstützend tätig ist. Außerdem forciere der Landkreis eine Versorgung mit regenerativen Energien und habe viele gute Beispiele in den letzten Jahren verwirklicht.
In den Wettbewerbsdörfern wurden 23 Aktionskreise mit rund 70 Ehrenamtlichen gegründet und damit rund 16.000 Personen in 5.500 Haushalten angesprochen. Unabhängige Energieberater führten rund 90 Solarberatungen durch. Innerhalb von einem Jahr wurden 32 neue Solaranlagen installiert, womit sich durchschnittlich jeder dritte Beratene für eine Solaranlage entschieden hat. Die installierte Leistung der neuen Photovoltaikanlagen liegt bei insgesamt 162 kWp, wodurch allein etwa 113 t CO2 Emissionen pro Jahr vermieden werden. Außerdem wurden über 45 m² Solarkollektoren für Heizung und Warmwasser installiert.
Die Zahlen der Siegerdörfer: In Groß Lengden (Landkreis Göttingen) wurden auf 220 Potenzialgrundstücken acht neue Solaranlagen errichtet, was einer Nutzung von 3,6 Prozent der Potenzialfläche entspricht. In Willensen (Landkreis Osterode) wurden auf 94 Grundstücken vier neue Solaranlagen installiert und damit 4,25 Prozent der Potenzialfläche genutzt. In Imbshausen (Landkreis Northeim) wurden auf 131 Potenzialgrundstücken vier neue Anlagen installiert und eine Quote von drei Prozent erreicht. Fredelsloh erhielt einen Sonderpreis im Landkreis Northeim, da es mit sieben neuen Anlagen die höchste Anlagenzahl im Landkreis erreichte, obwohl dort schon zu Wettbewerbsbeginn sehr viele Solaranlagen bestanden, und die Realisierungsquote nur geringfügig unter der von Imbshausen lag. Die Gesamtzahl der Neuanlagen in den Wettbewerbsdörfern blieb zwar hinter den anfänglichen Erwartungen zurück, liegt aber dennoch sehr deutlich über dem aktuellen Trend auf Bundesebene!
Der einjährige Wettbewerb „Unser Dorf nutzt die Sonne“ richtete sich an alle südniedersächsischen Ortschaften mit 100 bis 1.500 Einwohnern. Die Preisgelder stellten zu einem wesentlichen Teil die örtlichen Netzbetreiber zur Verfügung. Den Wettbewerb organisierten die drei Landkreise, die Energieagentur Region Göttingen und die Unternehmen EnergieNetz Mitte und Harz Energie. Die Wettbewerbsorganisatoren laden jetzt alle Dörfer herzlich ein, sich mit Ideen für einen dritten Wettbewerb in der Reihe „Dörfer wetteifern für den Klimaschutz“ bei ihnen zu melden.

Quelle: Landkreis Göttingen

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