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Göttingen: Landkreis plant Kauf von Gebäuden des Krankenhaus Hann. Münden

Pressemeldung vom 11. Dezember 2015, 10:58 Uhr

Aufbau eines Integrations-, Qualifikations- und Bildungszentrums

Der Landkreis Göttingen plant den Kauf von Gebäuden der Krankenhaus Hann. Münden GmbH. Der Kreistag beauftragte den Landrat in der Kreistagssitzung am 09.12.2015, ein Kaufangebot abzugeben. Der Beschluss wurde aus rechtlichen Gründen nicht-öffentlich gefasst. Für eine größtmögliche Transparenz und Akzeptanz informiert die Kreisverwaltung jedoch frühzeitig über das Vorhaben.
Der Krankenhausbetrieb in dem Gebäude wird zum 01.01.2016 eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt wird das Krankenhaus Hann. Münden in das Nephrologische Zentrum Niedersachsen (NZN) integriert. Dies will der Landkreis nutzen, um in den dann freien Gebäudeteilen eine integrative Flüchtlingsunterbringung sowie ein Begegnungszentrum einzurichten. Neben Integrations- sollen dort Qualifikations- und Bildungsmaßnahmen umgesetzt werden. Der im Gebäude ansässige Caterer verbleibt im Gebäude und nutzt die Küche zur Sicherstellung der Versorgung des NZN.
Das Vorhaben wird in enger Abstimmung mit der Stadt Hann. Münden geplant. Ein Planungsbüro wurde mit einer Studie über ein Nutzungs-, Betriebs- und Sanierungskonzept beauftragt. Regionale Akteure werden einbezogen. Örtliche Vereine, die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung gGmbH, die Volkshochschule Göttingen Osterode gGmbH und die Sozialpartner werden zu einem Workshop im Januar eingeladen. Das Konzept wird dann – vor Aufnahme einer Nutzung – Ende März in einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt.
Hintergrund dieser Pläne sind die anhaltend hohen Zugangszahlen von Flüchtlingen und die erwartete Zuweisung des Landes zur Unterbringung von rund 1500 Menschen im Landkreis Göttingen. Angesichts dieser Zahl stößt der Grundsatz dezentraler Unterbringung voraussichtlich Ende des Jahres 2016 an seine Grenze. Die Verwaltung beabsichtigt deshalb für diesen Zeitpunkt vorsorglich Möglichkeiten zur zeitweisen zentralen Unterbringung zu schaffen. Neben der ehemaligen Akademie in Hann. Münden und der Liegenschaft Schloss Wollershausen ist das Objekt Krankenhaus Hann. Münden eine Option. In dem Gebäude ist Platz für bis zu 250 Menschen.
Mit dieser Strategie wird weiterhin vermieden, dass Einrichtungen der kommunalen Infrastruktur wie gemeindlich genutzte Sporthallen, Dorfgemeinschaftshäuser oder auch Gemeindehäuser von Kirchen o. ä. zur Flüchtlingsunterbringung in Anspruch genommen werden müssen. Gleichzeitig will der Landkreis einen dauerhaften Mehrwert für die Stadt Hann. Münden, insbesondere den Stadtteil Neumünden, mit diesem Zentrum schaffen.
Das Kaufangebot an den Insolvenzverwalter der Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste GmbH, Eigentümerin der Liegenschaft, erfolgt inklusive des Schwesternwohnheims. Beabsichtigt ist jedoch, das Schwesternwohnheim an die Gemeinnützige Bauverein in Münden eG weiter zu veräußern. Das Schwesternwohnheim soll den Mietern weiter zur Verfügung stehen, die Bewohner sind nicht von den Plänen für die integrative Flüchtlingsunterbringung und das Begegnungszentrum betroffen.
Dieses Zentrum soll im Krankenhausgebäude entstehen. Im Vordergrund steht dabei, neben der Flüchtlingsunterbringung ein qualitativ gutes Angebot sozialer Dienstleistungen am Standort zu entwickeln. Der Auftrag zur Erstellung eines entsprechenden Konzepts umfasst zudem, auch mit Blick auf eine mögliche Nachnutzung, die Schaffung von vornehmlich kleineren Wohnungen und Appartements im Gebäude, die als finanziell günstiger Wohnraum in Hann. Münden zur Verfügung stünden.
Der Kreistagsbeschluss vom 09.12.2015 macht den Weg für einen solchen Prozess frei. Über Entwicklungen werden die Bürgerinnen und Bürger von Hann. Münden informiert.

Quelle: Landkreis Göttingen

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