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Göttingen: Landesaufnahmeeinrichtung in Friedland entlasten

Pressemeldung vom 9. Oktober 2015, 08:37 Uhr

In einem gemeinsamen „Friedländer Appell“ richten sich der Bürgermeister der Gemeinde Friedland, Andreas Friedrichs, der Göttinger Landrat Bernhard Reuter, Ortsbürgermeister Wilfried Henze und Lagerpastor Martin Steinberg vom Evangelischen Hilfswerk an das Land Niedersachsen.
„Wir appellieren an das Land Niedersachsen, die Aufnahmeeinrichtung in Friedland schnellstmöglich zu entlasten. Die Zustände sind nicht mehr tragbar. Die Einrichtung ist für bis zu 700 Menschen ausgelegt, mittlerweile befinden sich knapp 3.500 Menschen in dieser Einrichtung. Die Umstände sind für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Hilfsorganisationen und die Flüchtlinge sehr belastend. Die Landesaufnahmebehörde am Standort Grenzdurchgangslager Friedland ist eine offene Einrichtung mitten im Ort Friedland. Sie hat keinen Zaun und keine Mauern. Dies ist ein Segen, weil nur so eine gelebte Willkommenskultur möglich ist. Dieser Segen darf aber nicht zum Fluch werden. Wenn 3.500 Menschen auf engem Raum über Wochen und Monate zusammen leben, führt das zu Konflikten, Frust und sozialen Spannungen. Davon ist unvermeidbar die Ortschaft Friedland mit ihren 1.200 Einwohnern betroffen, weil die Aufnahmeeinrichtung ein Teil des Ortes ist. Die jetzige Situation ist für die dort lebenden Flüchtlinge nicht zumutbar, überfordert die örtliche Hilfsbereitschaft und gefährdet Friedland als Willkommensort.
Denjenigen, die sich öffentlich und unter Verwendung von rechtsextremen Plakaten für einen Asylstopp aussprechen, treten wir entschieden entgegen. Wir teilen die Auffassung derjenigen, die die berechtigte Sorge vortragen, dass nicht die Flüchtlinge das Problem sind, sondern die Verhältnisse ihrer Unterbringung.
Wir fordern das Land Niedersachsen dringend auf, die Zahl der Flüchtlinge in der Einrichtung auf ein für alle verkraftbares Maß zurückzuführen. Bei Abgängen der Flüchtlinge in die Kommunen oder einer Rückkehr in das Heimatland sollten in der Aufnahmeeinrichtung solange keine weiteren Flüchtlinge aufgenommen werden, bis sich die Zahl der Flüchtlinge in der Einrichtung mindestens halbiert hat.“

Quelle: Landkreis Göttingen

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