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Göttingen: Katastrophenschutzübung

Pressemeldung vom 27. September 2016, 10:17 Uhr

Rund 100 Einsatzkräfte und Akteure im Katastrophenschutz haben am vergangenen Samstag erstmals die Einrichtung eines Notfallstützpunkts geprobt. Die Übung fand in der Oberschule in Dransfeld statt. Ein Notfallstützpunkt dient in besonderen Schadenslagen als Anlaufstelle und Notunterkunft für die Bevölkerung. Je nach Szenario können hier mehrere hundert Menschen informiert, versorgt, betreut und untergebracht werden. „Ich bin vom Konzept des Notfallstützpunkts überzeugt“, erklärte Landrat Bernhard Reuter gegenüber den Übungsteilnehmern. „Im Ernstfall ziehen wir den Ordner aus dem Schrank und wissen genau, welches Gebäude wir nehmen, was wir dort benötigen und welche Einsatzkräfte gebraucht werden. Das spart wertvolle Zeit, die wir in einer Notsituation nicht haben“, fasste Reuter zusammen. Zudem wüssten die Menschen, wo im Notfall eine Anlaufstelle in ihrer Gemeinde sei. Das wirke Verunsicherung entgegen und mache schnelle Hilfe möglich. Übungsszenario war ein flächendeckender Stromausfall mit der Folge des Zusammenbruchs der Infrastruktur. Der Notfallstützpunkt wurde durch rund 40 Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes und der Kreisverwaltung eingerichtet und zur Aufnahme von rund 100 Personen vorbereitet. Stationen zur Registrierung, zur Versorgung mit Hygieneartikeln und Wäsche, zur Verpflegung und Betreuung wurden eingerichtet. Räume für ärztliche Versorgung, eine Isolierstation und Unterkunftsräume wurden aufgebaut und den knapp 50 Gästen der Übung präsentiert und erläutert. Diese Gäste, Führungskräfte aus Behörden und Hilfsorganisationen, durchliefen die Stationen und lernten so das Konzept kennen. Beteiligt waren neben DRK und Maltesern auch Vertreterinnen und Vertreter der Feuerwehren, der Polizeidirektion Göttingen, des Arbeiter-Samariter-Bundes, der Johanniter Unfallhilfe, der Rettungshundestaffel, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, des Technischen Hilfswerks, der Bundeswehr, des Krankenhauses Duderstadt und aus den Kommunalverwaltungen. Der Landkreis Göttingen als Katastrophenschutzbehörde entwickelt seit zwei Jahren das Konzept des Notfallstützpunkts. In Dransfeld wurde es erstmals praktisch getestet. Zweck der Übung war, die theoretischen Planungen auf praktische Tauglichkeit zu testen und Erkenntnisse für die weitere Arbeit am Konzept zu gewinnen. Strategisches Ziel ist die Einrichtung von Notfallstützpunkten flächendeckend in 18 Gemeinden des künftigen Landkreises Göttingen (Ausnahme: Stadt Göttingen als eigenständige Katastrophenschutzbehörde). Dazu werden derzeit geeignete öffentliche Gebäude, zumeist Schulen, in den Gemeinden ausgewählt, erkundet und entsprechende Pläne ausgearbeitet. Grundlage dafür sei ein Masterplan, der anhand des Modellobjekts Oberschule Dransfeld entwickelt werde, erläuterte Patrick Moritz, Sachgebietsleiter Bevölkerungsschutz beim Landkreis, zu Beginn der Übung. Dieser Masterplan werde dann an die jeweiligen Objekte in den Gemeinden angepasst. Anschließend würden für verschiedene Szenarien konkrete Ablaufpläne erarbeitet. Szenarien für einen Notfallstützpunkt sind die Einrichtung als Notunterkunft bei Unwetterlagen wie Sturm oder Starkregen oder nach einem großflächigen Stromausfall; zur Betreuung im Fall einer Evakuierung aufgrund eines Brandes oder einer Bombenräumung; zum Aufbau einer Impfstätte bei Ausbruch von Krankheiten u. a. m. Die Zeitersparnis durch die Vorbereitung betrage bis zu fünf Stunden, erläuterte Moritz. Bei der Übung kamen auch Fahrzeuge, Ausstattung und Versorgungsgüter zum Einsatz, die im Rahmen der Neustrukturierung des Bevölkerungsschutzes beim Landkreis Göttingen beschafft wurden. Rund 1,2 Millionen Euro investiert der Landkreis Göttingen in diesem Jahr in die Modernisierung und Ergänzung von Fahrzeugen und Gerät. Diese sind im Wesentlichen im Katastrophenschutz-Depot des Landkreises in Bovenden stationiert bzw. eingelagert. „Wir stellen uns auf veränderte Herausforderungen ein. Unwetterlagen nehmen zu, das haben wir im vergangenen Jahr erlebt“, erläuterte Landrat Reuter. Aber auch auf die Einrichtung einer Notunterkunft oder eine Evakuierung müsse der Landkreis vorbereitet sein. Dabei sei die Unterstützung Ehrenamtlicher unabdingbar. „In Krisensituationen brauchen wir gut ausgebildete Helfer. Deshalb danke ich ihnen für die Teilnahme an dieser Übung und ihr Engagement“, sagte Landrat Reuter zu den Übungsteilnehmern in Dransfeld abschließend.

Quelle: Landkreis Göttingen

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