Energiewechsel

Göttingen: Haushaltsbefragung zur Mobilität

Pressemeldung vom 2. März 2017, 14:40 Uhr

Bei der Wahl ihres Verkehrsmittels entscheiden sich rund 37 Prozent der Göttinger Bevölkerung nach wie vor für das Auto. Der Anteil des Radverkehrs ist auf 28 Prozent gestiegen. 22 Prozent der Göttinger/innen gehen gern zu Fuß, 13 Prozent nutzen das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs. Das ist eines der Ergebnisse einer Haushaltshaltbefragung zum Mobilitätsverhalten, die die Stadt Göttingen in den Jahren 2015/2016 durchgeführt hat. Stadtbaurat Thomas Dienberg informiert darüber die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am Dienstag, 28. Februar 2017. Auffällig ist, dass sich verstärkt für eine Fahrt im Pkw entscheidet, wer 65 Jahre alt und älter ist. Zur Begründung für die Pkw-Nutzung werden insgesamt Schnelligkeit (24,3 Prozent) und Flexibilität (19,1 Prozent) angeführt. Genau das sagen allerdings auch die Radfahrer/innen, die ebenfalls vor allem Schnelligkeit (30,9 Prozent) und Flexibilität (21,6 Prozent) nennen. Schnelligkeit spielt dagegen für Busfahrtgäste nur zu 12,7 Prozent eine Rolle.

Die Haushaltsbefragung lieferte u.a. Daten und Informationen zum Fahrzeug-/Führerscheinbesitz, zur PKW- und Fahrradverfügbarkeit, zu ÖPNV-Dauerkarten in den Haushalten, zu Mobilitätskennziffern (Außer-Haus-Anteil, Wege pro mobiler Person etc.), zur Verkehrsmittelwahl der Göttinger Bevölkerung differenziert z.B. nach Alter und Geschlecht sowie Status im Beruf, zur räumlichen Verteilung der Wege der Göttinger Bevölkerung (z.B. Wege in die Innenstadt bzw. aus dem Stadtgebiet) sowie zur Bewertung der Verkehrsangebote (Einschätzungen der Bedingungen für die verschiedenen Verkehrsmittel, u.a. des ÖPNV-Angebotes nach Umstellung des Liniennetzes der GöVB) Alle Ergebnisse finden sich unter www.goettingen.de/verkehrsbefragung. Die Daten werden wie die Ergebnisse der aktuellen Verkehrszählung 2016 jetzt in das städtische Verkehrsmodell eingearbeitet und bilden im Rahmen des vom Rat beschlossenen Klimaplan Verkehrs die Basis für künftige Projekte (u.a. Verkehrsgutachten, Fortschreibung Nahverkehrsplan etc.). Auch für bereits laufende Vorhaben wie die neue Radverkehrskonzeption können die Ergebnisse wichtige Hinweise liefern. Sie werden analysiert und Schlussfolgerungen gezogen, um schnell auch zu Maßnahmen zu kommen. Beispiel: Was muss getan, damit – gerade auch ältere Menschen – wieder mehr zu Fuß gehen. Mit dem „Nahmobilitätskonzept“ läuft dazu in der Südstadt Göttingens bereits ein Pilotprojekt. Weitere Fragestellungen betreffen die Analyse der Situation im ÖPNV, der am Modal Split weiterhin bei „nur“ 13 Prozent liegt, während die Busse „voll“ sind. Welche Schlüsse sind aus der teilweise kritischen Bewertung des Ticketangebots zu ziehen? Drei Prozent der Göttinger Haushalte besitzen bereits ein Pedelec. Damit stellt sich eine Aufgabe für die Planung der zukünftigen Radverkehrsinfrastruktur. Weil fast 30 Prozent der Göttinger Haushalte keinen PKW besitzen, liegt hier Potential für den CarSharing-Ausbau – so wie es auch im städtischen Klimaplan Verkehr steht.

Die Stadt Göttingen hatte erneut eine Haushaltsbefragung gemeinsam mit dem Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) im Gebiet der Stadt Göttingen sowie in den Hauptorten der Gemeinde Rosdorf und des Fleckens Bovenden durchführen lassen. Sie diente – wie zuletzt bereits 2008/09 – dazu, das mit der Wohnbevölkerung verbundene Verkehrs-geschehen im Untersuchungsgebiet umfassend zu beschreiben. Die Befragung fand vom 17.11.2015 bis 19.11.2015 (Haupterhebung) und vom 26.04.2016 bis 28.04.2016 (Nacherhebung) statt. Per Zufallsstichprobe wurden knapp 20.000 Haushalte in Göttingen, Rosdorf und Bovenden (Haupt- und Nacherhebung) angeschrieben. Fast 6.000 Personen machten Angaben zu ihrem Mobilitätsverhalten.

Quelle: Göttingen – Öffentlichkeitsarbeit

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