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Göttingen: GRÜNE wollen Bewegungsräume auch abseits institutionalisierter Sportanlagen fördern

Pressemeldung vom 5. Dezember 2013, 14:10 Uhr

Die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Stadtrat fordert ein grundlegendes Umdenken im Bereich der Sportförderung. „Ich plädiere für eine Erweiterung des Sportbegriffes, weil sich das NutzerInnenverhalten rasant ändert und eine stärkere Förderung informeller Bewegungsräume dringend erforderlich macht“, erklärt Ulrich Holefleisch, Mitglied im Sportausschuss der Stadt. „Die Zahl der Menschen, die vereinsgebunden Sport in olympischen Disziplinen ausüben und dafür normierte Sportanlagen nutzen, nimmt ab. Gleichzeitig suchen sich immer mehr Menschen ihre Bewegungsherausforderungen selber, oft spontan, wohnortnah und an ungewöhnlichen Plätzen.“ Die Fraktion der GRÜNEN hat daher für den Jugendhilfeausschuss am 12.12.2013 einen Antrag gestellt, der u.a. eine Bestandsaufnahme informeller Bewegungsräume im Göttinger Stadtgebiet zum Ziel hat.

Die bestehenden Sportanlagen der Stadt und der GöSF werden auch zukünftig nachgefragt werden und ihre Berechtigung nicht verlieren, ist sich Holefleisch sicher. Deshalb seien viele davon erst in jüngster Zeit neu gebaut oder saniert worden, z.B. die Sporthalle in Weende und die Sparkassenarena, das Jahnstadion und die Radrennbahn, aber auch das Groner Naturbad und die Sportschwimmhalle des Eiswiesebads. „Trotzdem sollten wir einen Blick dafür entwickeln, wo sich nicht institutionalisierte Bewegungsräume dynamisch entwickeln, egal ob es sich um Boulespielflächen handelt, die plötzlich auf der GRÜNEN Wiese entstehen, um Bolzplätze oder um Downhill-Abfahrten im Wald.“

Dabei möchte Holefleisch einer grundlegenden Kritik von Anfang entgegentreten: „Es geht nicht darum, wahllos auf sportliche Modetrends aufzuspringen. Wir brauchen auch nicht auf jeder Blumenwiese, auf der irgendwer zwei Schuhe vergessen hat, ein Fußballtor und nicht überall, wo wir Spuren im Schnee finden, einen Ski- und Rodellift. Aber wir benötigen eine Übersicht, welche Orte und Räume im Stadtgebiet für Sport und Bewegung genutzt werden. Nur so können wir bei der planvollen Entwicklung des Sports auch nicht institutionalisierte Bewegungsräume gezielt berücksichtigen.“

Holefleisch, der auch Mitglied im Aufsichtsrat der GöSF ist, fordert auch eine bessere Vernetzung der betroffenen Verwaltungsbereiche. Die Abgrenzung der Zuständigkeiten führe oft dazu, dass sich niemand für die Entwicklung nicht institutionalisierter Bewegungsräume verantwortlich fühle, erläutert der Sportpolitiker. „Wenn sich eine stabile Gebäudewand zur viel genutzten Kletterwand entwickelt, achtet die Bauverwaltung allenfalls auf Gebäudeschäden und die Sportverwaltung schaut weg, weil sie sich nur für den Betrieb normierter Sportanlagen interessiert.“ So bleibt das Potenzial des Bewegungsraums unerschlossen und die Nutzung oft illegal, ganz abgesehen von vermeidbaren Versicherungsproblemen und Unfallgefahren. „Wir tun dem Sport wirklich einen Gefallen, wenn wir uns angewöhnen, gezielt hinzuschauen und die Chancen für den Sport in Göttingen zu erkennen.“

Quelle: Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Göttinger Stadtrat

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