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Göttingen: GEDENKTAFEL FÜR MARGARETHE VON HARDENBERG

Pressemeldung vom 20. September 2016, 12:53 Uhr

Zu Ehren der Widerstandskämpferin Margarethe Gräfin von Hardenberg wird am Montag, 10. Oktober 2016, am Haus Dahlmannstraße 1 eine Gedenktafel enthüllt. Die kleine Feierstunde beginnt um 17.00 Uhr. Die Laudatio hält Dr. Elisabeth Raiser von der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“. Margarethe Gräfin von Hardenberg war an den Umsturzplänen des 20. Juli 1944 zentral beteiligt. Auf der Basis der besonderen freundschaftlichen Verbindung weihte Henning von Tresckow sie in die „Operation Walküre“ ein, deren schriftlich ausgearbeitete Planungen, Nachrichten und Kontakte im Verschwörerkreis von Margarethe von Oven mitformuliert wurden. Vor allem nachdem von Tresckow im Oktober 1943 als Regimentskommandeur an die Ostfront gewechselt war, liefen die wichtigsten kommunikativen Wege über Margarethe von Oven; an den konspirativen Gesprächen zwischen von Tresckow und Claus Graf Schenk von Stauffenberg im Umfeld des Bendlerblocks in Berlin nahm Margarethe von Oven regelmäßig teil und fixierte die besprochenen Planungen dann schriftlich. Margarethe Gräfin von Hardenberg wurde am 11. März 1904 als Margarethe von Oven in Berlin geboren und stammte aus einer preußischen Offiziersfamilie; ihr Vater fiel im Ersten Weltkrieg als Oberstleutnant und Kommandeur eines Infanterie-Regiments. Um zum Unterhalt der Familie beizutragen, arbeitete Margarethe von Oven in den zwanziger und dreißiger Jahren als Sekretärin in verschiedenen Ministerien. Seit dem Sommer 1943 war sie im Büro von Henning von Tresckow, mit dessen Ehefrau sie seit ihrer Kindheit befreundet war, im Oberkommando der Heeresgruppe Mitte im Bendlerblock tätig. Durch ihn wurde Margarethe von Oven in die Vorbereitungen des 20. Juli 1944 einbezogen. Nach dem gescheiterten Attentat wurde sie verhaftet, jedoch ohne dass ihr der Umfang ihrer konspirativen Beteiligung im engsten Kreis der Verschwörer nachgewiesen werden konnte; nach vierzehntägiger Haft wurde sie entlassen und nahm ihre Tätigkeit als Sekretärin wieder auf. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lebte und arbeitete Margarethe von Oven einige Jahre in der Schweiz und war schließlich ab 1954 in der von Hardenbergschen Vermögensverwaltung unter Carl-Hans Graf von Hardenberg tätig, der als Freund Henning von Tresckows zum engsten Widerstandskreis des 20. Juli gehörte. Ein Jahr später heiratete sie dessen Bruder, den Forstmeister Wilfried Graf von Hardenberg, und lebte mit ihm zunächst in Hardegsen. Nach dessen Pensionierung zog das Paar 1965 nach Göttingen in die Dahlmannstraße 1, wo Margarethe Gräfin von Hardenberg nach dem Tod ihres Ehemanns (1973) noch bis Anfang 1984 lebte. Sie starb am 5. Februar 1991 in Göttingen.

Quelle: Göttingen – Öffentlichkeitsarbeit

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