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Göttingen: „AStA fordert Abschaffung des Deutschlandstipendiums“

Pressemeldung vom 23. Mai 2014, 08:45 Uhr

Wie kürzlich bekannt wurde, ist die Zahl der durch das Deutschlandstipendium geförderten Studierenden um 42% gestiegen. Was zunächst wie ein voller Erfolg des Projekts klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Fehlschlag. Denn der Anteil der geförderten Studierenden mag zwar prozentual gestiegen sein, doch beträgt er in absoluten Zahlen immer noch nur 19 700 Studierende. Vom Anfangsziel, 10% der Studierenden zu fördern und es damit breiten Kreisen verfügbar zu machen, ist man Lichtjahre entfernt. Auch werden weiterhin eher nur Studierende eines kleinen, v.a. wirtschaftsnahen Fächerspektrums gefördert.

„Die Einwerbung der Mittel – das Deutschlandstipendium wird hälftig vom Staat und von der lokalen Wirtschaft finanziert – stellt die Hochschulen vor enorme administrative Herausforderungen“, führt Jonas Richter, Außenreferent des AStA der Uni Göttingen, weiter aus., „Denn einerseits sind die Unternehmen, nicht nur in strukturschwachen Regionen, deutlich weniger zahlungsfreudig als eigentlich angenommen. Andererseits bindet die Einwerbung und Verteilung in den Hochschulen massive Personalressourcen. Manche Hochschule beklagt gar, dass der Verwaltungsaufwand die Höhe der eingeworbenen Gelder deutlich übersteigt. Der Vorwurf des überzogenen Verwaltungsaufwands wird im übrigen nicht nur von Studierendenvertretungen erhoben, sondern auch vom Bundesrechnungshof geteilt. Dieser kritisiert, dass in den Jahren 2010 bis 2012 gerade einmal etwa 60% der Mittel in direkte Stipendien umgesetzt werden konnten. Die übrigen Gelder wurden für Verwaltungs- und insbesondere Werbekosten verwendet.“

Hochschulreferent Christian Cordts erläutert abschließend: „Angesichts des völligen Scheiterns des Deutschlandstipendiums fordert der AStA die sofortige Abschaffung dieses Programms. Stattdessen sollen die freigewordenen Gelder für den Ausbau des BAföG verwandt werden und auf diese Weise die Lage von deutlich mehr Studierenden verbessern.“

Quelle: Stadt Göttingen

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