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Göttingen: AStA beurteilt Programme der Oppositionsparteien

Pressemeldung vom 16. November 2012, 14:17 Uhr

Hochschulpolitische Vorhaben entsprechen nur zu Teilen studentischen
Interessen

Am vergangen Wochenende hat die SPD Niedersachsen ihr Wahlprogramm für
die Landtagswahl 2013 beschlossen. Damit liegen jetzt die Wahlprogramme
aller derzeitigen Oppositionsparteien vor. Im Folgenden bezieht der
Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Göttingen
Stellung zu den enthaltenen hochschulpolitischen Positionen.

„Wir begrüßen es, dass SPD, Grüne, LINKE und Piraten die allgemeinen
Studiengebühren in Niedersachsen abschaffen wollen. Grüne und LINKE
wollen ebenso die Langzeitstudiengebühren für ein Erststudium inklusive
Master-Studium abschaffen. Es ist unverständlich, dass die SPD in ihrem
Wahlprogramm Langzeitstudiengebühren unbedacht lässt. Wir fordern die
SPD auf, sich zu dieser Frage zu positionieren und im Falle der
Regierungsübernahme Langzeitstudiengebühren abzuschaffen“, so Pauline
Wildenauer, Referentin für Transparenz und Öffentlichkeit im AstA.

Der AStA kritisiert außerdem die erst zum Wintersemester 2014/15
angestrebte Abschaffung der allgemeinen Studiengebühren durch SPD und
Grüne und fordert stattdessen die schnellstmögliche Abschaffung der
sozial unverträglichen Bildungshürde z.B. zum Wintersemester 2013/14.

Die Universität Göttingen hatte bei der letzten Feststellung der
Rücklagen zum Jahresende 2011 Rücklagen von mehr als 800 Euro pro
Studierender_m aus Studiengebühren, an anderen Hochschulen ist der
Betrag teilweise höher als 1000 Euro pro Studierender_m. Vor allem an
der Universitätsmedizin Göttingen ist der Betrag sehr hoch. Mit 2681€
pro Studierender_m liegen hier Gebühren aus mehr als fünf Semestern auf
den Konten. Oftmals werden Studiengebühren zudem für Druckguthaben,
Buchgutscheine u.ä. verwendet – dies wäre nach der Abschaffung nicht
mehr nötig, da die Studierenden ihr Geld behalten und selbst über die
Verwendung entscheiden könnten. „Das alles zeigt, dass Hochschulen
Schwierigkeiten damit haben, die Studiengebühren vollständig zu
verwenden. Es ist daher nicht notwendig, die Hochschulen noch zwei
weitere Semester zu zwingen, Geld von Studierenden anzunehmen, das sie
nicht verwenden können“, sagt Vincent Lindner, Referent im AStA.

„Die SPD möchte unter anderem allen Bachelor-Absolvent_innen eine
„realistische Chance“ auf einen Masterplatz ermöglichen. Für uns steht
fest: den freien Zugang zum Master muss man nicht prüfen, man muss ihn
überhaupt erst schaffen! Studienplatzwechsel sind durch die
Bologna-Reform nicht vereinfacht, sondern erschwert worden. Die
Anforderungen an den Master sind an jeder Hochschule unterschiedlich.
Wer nicht im ersten Semester weiß, wo das Masterstudium stattfinden
soll, hat es sehr schwer überhaupt einen Masterplatz zu erhalten. Der
Abschluss eines Bachelor-Studiums muss das Recht auf einen Masterplatz
schaffen und daher müssen die Kapazitäten im Master massiv ausgebaut
werden“, erklärt Elise Gartmann, Referentin im AStA.

Nach einem Studium unter Bedingungen der CDU/FDP-Landtagsregierung, die
sich nach Kräften bemüht, es den Studierenden möglichst schwer zu
machen, werden wir sehen was ein eventueller Regierungswechsel bringt.

Quelle: AStA Uni Göttingen

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