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Emsland: Jubiläumsausstellung widmet sich den „kleinen Leuten“

Pressemeldung vom 25. November 2010, 13:08 Uhr

2012 feiert Schloss Clemenswerth 275. Geburtstag – Vorbereitungen laufen

Meppen/Sögel. Schloss Clemenswerth in Sögel feiert im Jahr 2012 seinen 275. Geburtstag. Aus diesem Anlass plant der Landkreis Emsland ein Ausstellungsprojekt über die sozialgeschichtlichen Aspekte von Schlossbau, Schlossunterhaltung, Organisation und Verwaltung aus Sicht der Betroffenen, der abhängig Beschäftigten, der Hand- und Spanndienste leistenden Bauern und Handwerker, also aus Sicht „von unten“. Zur Vorbereitung der Jubiläumsausstellung wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die bereits mit den Vorarbeiten begonnen hat.

„Wir wollen zum Jubiläum die Emsländer zu einem großen Bürgerfest auf ,ihr‘ Schloss Clemenswerth einladen“, sagt Landrat Hermann Bröring. Schloss und Schlosspark seien heute kulturhistorische Denkmäler von europäischem Rang, aber auch Orte des Verweilens und der Erholung für alle. „Wir wollen in einer Jubiläumsausstellung zeigen wie der Schlossbau ab 1737 und der Schloss- bzw. Jagdbetrieb aussah. Zu dieser Zeit konnten Handwerker, Kaufleute und Bauern hier Arbeit finden und Geld verdienen; sie mussten aber auch dem kurfürstlichen bzw. fürstbischöflichen absolutistischen Landesherrn – oft genug mit Hand- und Spanndiensten – dienen. Das Schloss war eben nicht ,ihr‘ Schloss“, so Bröring weiter.

Bereits 1987 wurde anlässlich des 250. Jubiläums des Schlossbaus eine sehr breit angelegte kulturhistorische Ausstellung gezeigt. In ihrem Mittelpunkt standen jedoch die spätbarocken machtpolitischen Konstellationen in Europa mit ihren wechselnden Bündnissen und die prunkvolle Lebensweise des absolutistischen Fürstbischofs, Jagdherrn und Mäzens Clemens August aus dem bayerischen Hause Wittelsbach (1700 – 1761). Er frönte nicht nur seiner Jagdleidenschaft, u. a. bei neun Jagdaufenthalten auf Schloss Clemenswerth zwischen 1739 und 1757, sondern gab vorzugsweise auch als Bauherr zahlreicher größerer und kleinerer Schlösser viel Geld aus. Sein Residenzschloss in Brühl bei Bonn war jahrzehntelang Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland und wegen seiner kunsthistorischen Bedeutung eines der ersten Denkmale auf der deutschen Liste des UNESCO Weltkulturerbes.

„Insofern bedeutet das neue Ausstellungsvorhaben einen echten Perspektivenwechsel“, sagt der Landrat. Der Blick werde auch auf das nähere und weitere Umfeld des Schlosses Clemenswerth und auf die Wohn- und Lebensverhältnisse des „gemeinen Volks“ auf dem Hümmling gerichtet. Die Jubiläumsausstellung werde so angelegt sein, dass sie diesen wichtigen Aspekt des Schlosses Clemenswerth auch über das Jubiläumsjahr 2012 hinaus präsentiert. Er wird dann zukünftig als Teil der Dauerausstellung des Emslandmuseums Schloss Clemenswerth in einem der Pavillons zu sehen sein.

Quelle: Landkreis Emsland

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