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Emsland: Gedenkstätte Esterwegen – „Von Albanien ins Stalag“

Pressemeldung vom 2. September 2013, 09:16 Uhr

Ausstellung zeigt Zeichnungen und Tagebuchnotizen des Internierten F. F. Frisone

Meppen. Eine Auswahl der Originalzeichnungen des italienischen Militärinternierten Ferruccio Francesco Frisone, ergänzt durch Auszüge aus seinem Tagebuch, zeigt nun die Gedenkstätte Esterwegen in einer Sonderausstellung, die am Sonntag, 8. September, um 15 Uhr eröffnet wird. Der Titel der Ausstellung lautet „Von Albanien ins Stalag VI C, Zweiglager Versen und Fullen“. Nach einer Begrüßung durch Landrat Reinhard Winter, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen, wird Giovanni R. Frisone über seinen Vater sprechen. Anschließend führt Kurt Buck von der Gedenkstätte Esterwegen in die Ausstellung ein.

Frisone war einer von 600.000 italienischen Soldaten, die nach dem am 8. September 1943 verkündeten Waffenstillstand zwischen den Alliierten und dem zuvor mit Deutschland verbündeten Italien als Militärinternierte nach Deutschland deportiert wurden. Zuletzt in Albanien stationiert, erlebt Frisone einen monatelangen Transport. Über Belgrad und Wien kommt er schließlich ins Emsland, zunächst in das Kriegsgefangenenlager Versen und dann in das Lager Fullen. Hier, im „Lazarettlager“, erlebt er im April 1945 seine Befreiung.

Als der Soldat Frisone nach einem längeren Krankenhausaufenthalt im Sommer 1943 wieder zu seiner Einheit nach Albanien zurückkehrt, beginnt er ein Tagebuch zu führen und zu zeichnen – die für ihn fremden Landschaften und Menschen während des Transports ins Ungewisse, schließlich die Lager und immer wieder seine Kameraden. Sie stehen im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeiten während der 18-monatigen Gefangenschaft. Und sie finden sich wieder in seinem Tagebuch: Hoffnung und Sterben, kurze Freuden und Leid kennzeichnen die Begegnungen mit ihnen während des täglichen Kampfes ums eigene Überleben.

Als Frisone 1973 stirbt, übernimmt sein in den USA lebender Sohn Giovanni dieses Erbe: 105 Zeichnungen und das umfangreiche Tagebuch, dessen Aufzeichnungen mit dem Beginn des Rücktransports des Vaters aus dem Emsland nach Italien im August 1945 enden.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Weitere Informationen sind bei der Gedenkstätte Esterwegen unter der Telefonnummer 05955/988950 sowie unter der E-Mail-Adresse www.gedenkstaette-esterwegen.de erhältlich. Die Gedenkstätte Esterwegen ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Quelle: Landkreis Emsland

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