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Delmenhorst: „Hanse Contrapunkte“ mit Geschichten vom Scheitern

Pressemeldung vom 1. Juli 2014, 09:40 Uhr

Ergänzend zur Ausstellung „Panamarenko. Vom Fliegen“ laden die Städtische Galerie Delmenhorst und das Hanse-Wissenschaftskolleg im Rahmen der Reihe „Hanse Contrapunkte“ am kommenden Donnerstag, 3. Juli, um 19 Uhr zu einer Diskussionsrunde ein – nicht zuletzt über das Scheitern. Mit der aktuellen Schau stellt das Haus Coburg einen „Projektemacher“ par excellence vor: Rund 60 Objekte des belgischen Künstler-Ingenieurs Panamarenko, geboren 1940 in Antwerpen, erzählen, wie sich der Traum vom Fliegen poetisch materialisieren lässt.

Moderne Kunst wird heute zumeist projektförmig gedacht. Am Anfang steht selten das Werk, ein Gemälde, die Skulptur, Installation, Performance oder Ausstellung, sondern ungleich unschärfer eine Form, die vage als Projekt beschrieben wird, um Förderer und Mäzene, Galeristen und Kuratoren von der eigenen Idee zu überzeugen. Die Idee des Projekts sieht dabei auf eine lange Geschichte zurück, die in der Frühen Neuzeit, noch vor der Aufklärung, die Verbesserung der Welt in Form dieser Unternehmungen besonders attraktiv erscheinen ließ.

In dem Gespräch zwischen der Kunstkritikerin Dr. Julia Voss und dem Medienwissenschaftler Prof. Dr. Markus Krajewski geht es anhand von konkreten Beispielen (unter anderem Panamarenko, Jeff Koons und Charles Darwin) darum, Reichweite, Wirkungsmacht und auch die Gefahr zu scheitern auszuloten, die mit der künstlerischen, aber auch der erkenntnistheoretischen Form des Projekts in der Moderne in Verbindung stehen.

Dr. Voss ist Kunstkritikerin und Wissenschaftshistorikerin. Seit 2007 leitet sie das Kunstressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ihre Dissertation „Darwins Bilder: Ansichten der Evolutionstheorie 1837-1874“ erschien 2009; im selben Jahr erhielt sie den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa. Prof. Dr. Krajewski ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Basel. Zu seinen derzeitigen Forschungsgebieten zählen Epistemologien des Randständigen, die Wissensgeschichte der Genauigkeit sowie bestimmte Bauformen deutscher Nachkriegsarchitektur.

Die Veranstaltung wird durch den Freundeskreis Haus Coburg und den Verein der Freunde und Förderer des Hanse-Wissenschaftskollegs unterstützt. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung per E-Mail an cthiel@h-w-k.de sowie per Fax (04221) 9160-13103 oder per Anrufbeantworter (04221) 9160-277 wird gebeten.

Quelle: Stadt Delmenhorst

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