Energiewechsel

Aurich: Theuerkauf – Nie wieder über 10 Prozent Arbeitslosigkeit!

Pressemeldung vom 15. Juli 2009, 09:02 Uhr

Aurich. Unter dem Motto „Im Wettbewerb der schlechten Nachrichten ein positives Zeichen setzen“ trafen sich gestern Vertreter des DGB, der Bundesagentur für Arbeit Emden und Leer, der IHK und der Handwerkskammer sowie der Landkreise Leer, Wittmund und Aurich im Seminarhotel der KVHS Aurich, um die gemeinsame Erklärung „Chancen ergreifen statt resignieren – qualifizieren statt entlassen“ zu unterzeichnen.
Mit ihrem Papier, das zuvor bereits vom Arbeitgeberverband, vom Landkreis Emsland und von der Stadt Emden unterzeichnet worden war, raten die Akteure angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage den Unternehmen, statt jetzt Mitarbeiter zu entlassen besser auf das Instrument Kurzarbeit zu setzen und die Zeit zu nutzen, um Mitarbeiter zu qualifizieren. Um auch in Zukunft den Fachkräftebedarf bedienen zu können, sollte es außerdem keine Abstriche bei der Ausbildung geben.
IHK-Geschäftsführer Helmut Klug sagte in der Runde, dass es in der Region Ostfriesland keinen wirtschaftlichen Einbruch gegeben habe, lediglich Umschichtungen. Die Firmen Enercon und Bard mit ihrem großen Arbeitskräftebedarf würden ausgleichend wirken und die Bilanz verbessern; bei den Ausbildungsverhältnissen wäre angesichts des in den Vorjahren erreichten sehr hohen Niveaus sogar ein leichter Rückgang zu verkraften. Ausdrücklich lobte Klug die jetzige konzertierte Aktion der Gewerkschafts- und der Arbeitgeberseite mit der Arbeitsverwaltung und den Kommunen, die er als einen nachträglichen Erfolg der Strukturkonferenz wertete.
Hauptgeschäftsführer Peter-Ulrich Kromminga von der Handwerkskammer bestätigte, dass die Wirtschaftskrise in Ostfriesland keine Ausbildungskrise sei. Im vergangenen Jahr seien im Vergleich zu 2007 12,75 Prozent mehr Ausbildungsplätze bereitgestellt worden, und auch in den ersten sechs Monaten 2009 betrage das Plus gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres noch 10 Prozent. „44 Prozent unserer Betriebe bilden aus; das ist in der Bundesrepublik ein Spitzenwert.“ sagte Kromminga.
Landrat Walter Theuerkauf sagte, dass sein größter Wunsch seit seinem Dienstbeginn beim Landkreis Aurich im Jahre 1986 gewesen sei, die Arbeitslosenquote unter 10 Prozent zu drücken; im vergangenen Jahr habe man das mit 8,3 Prozent endlich geschafft. Ähnlich wie bei einem gerade in die Bundesliga aufgestiegenen Fußballclub („Nie wieder 2. Liga!“) gebe er jetzt die Devise aus: „Nie wieder über 10 Prozent!“ Er zeigte sich davon überzeugt, dass die Region gegenüber früheren Krisen heute besser gewappnet sei.
Erster Kreisrat Matthias Köring (Wittmund) sah es auch so, dass die Region eine Zukunft habe. Man dürfe nicht immer nur über die Krise reden, sondern müsse eine Perspektive aufzeigen. Ausdrücklich lobte er die hier im Nordwesten vorhandene Wirtschaftsstruktur: Windenergie, Schiffbau und Hafenwirtschaft – bis hin zum Jade-Weser-Port.
„Früher war Ostfriesland eines der Armenhäuser der Republik“ sagte Erster Kreisrat Rüdiger Reske (Leer). Heute stünde die Region deutlich besser dar als der Süden, aber auch als der Norden, wenn man Cuxhaven oder Bremerhaven betrachte. Wie die Landkreise Aurich und Wittmund werde auch in Leer das Konjunkturpaket II offensiv umgesetzt; der Landkreis habe seit 1949 noch nie soviel Geld in seine Schulen investiert.

Quelle: Stadt Aurich – Pressestelle

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