Wolfsburg: Wolfsburg um 18 Interkulturelle Moderatorinnen reicher
Pressemeldung vom 28. Januar, 2010, 8:28 am
Wolfsburg. Einmalig in Niedersachsen ist das jüngst zu Ende gegangene Projekt „Transkulturelles und interreligiöses Lernhaus der Frauen in Wolfsburg“. Als Interkulturelle Moderatorinnen möchten sich die meisten Absolventinnen aktiv am Integrationsprozess der Stadt Wolfsburg beteiligen.
Zusätzliche Chancen, auch in beruflichen Bereichen, haben sich die 18 Frauen verschiedener kultureller und religiöser Herkunft im Lernhaus der Frauen in Wolfsburg in jedem Fall erschlossen. Interkulturelle Kompetenz ist eine personale Schlüsselqualifikation, die für Unternehmen immer wichtiger wird. Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, ist es unerlässlich, die Verschiedenartigkeit der Menschen als Reichtum für das Unternehmen zu betrachten. Das bestätigt auch Irmgard Seeger, eine der Teilnehmerin, die hauptberuflich für die Volkswagen Qualifizierungsgesellschaft tätig ist. Ihr gefällt das Menschenbild auf dem das Lernhaus basiert: „Zugewanderte Frauen werden im Lernhaus nicht als Frauen gesehen, die ihre Defizite durch Lernen ausgleichen müssen im Sinne von Anpassung an die Residenzgesellschaft, sondern als Menschen, die schon wegen ihrer Zuwanderungsgeschichte Stärken entwickelt haben, die im alltäglichen Miteinander viel zu wenig Wertschätzung erfahren: Mehrsprachigkeit, Flexibilität, keine Angst vor der Fremde, um nur einige zu nennen.“
Das einjährige Qualifizierungsprogramm wurde am Wochenende mit der Zertifikatsübergabe durch die Gleichstellungsbeauftragte, Sabine Lehmberg, abgeschlossen. Die Frauen waren sich in einem Punkt absolut einig: Die 350 Unterrichtsstunden waren für alle eine Bereicherung. Keine Stunde möchten sie missen. Einig waren sie sich auch, dass die vierzehntägig stattfindenden Seminare zusätzlich zu Beruf und Familie eine Herausforderung waren, der sie sich gerne gestellt haben. Die Frauen haben sich mit ihren unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten, Weltanschauungen und Lebensentwürfen auf eine gemeinsame Lernreise begeben. Müjgan Riepensell, eine der Teilnehmerin, ist um eine sehr wichtige Erfahrung reicher: Unterschiede zwischen Menschen haben weniger mit der Kultur und Religion zu tun, sondern damit wie Menschen aufgewachsen sind, welche Chancen sie hatten, sich zu bilden und am öffentlichen Leben teilzuhaben.
Die Frauen haben schon jetzt ein Netzwerk der gegenseitigen Unterstützung und des Austausches geknüpft. Wie wichtig das ist, weiß auch Nadja Saghar Paimard. Vor 11 Jahren hat sie ihr Studium zur Elektroingenieurin in Kiel abgeschlossen, dann kamen ihre Kinder. Nun möchte sie ihre Fähigkeiten gerne einbringen. Mit dem Lernhaus hat sie neue Hoffnungen geschöpft. „Und diese Hoffnung verbindet alle“, resümiert Sylvia Mosur vom Bildungszentrum und Kooperationspartnerin des Projektes und wünscht sich sehr, dass es dabei nicht bleibt. „Hoffnung ist gut, der Glaube an sich selbst, ist die Grundvoraussetzung für alles weitere, aber nun geht es vor allem um reale Anschlussmöglichkeiten für jede Einzelne.“
Quelle: Stadt Wolfsburg – Pressesetelle
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