Wolfsburg: GEIST UND GEHIRN 2010: Ich-Bewusstsein und Weltgeist
Pressemeldung vom 4. Januar, 2010, 12:14 pm
Wolfsburg. Ego, Trieb, Weltbewusstsein: Wer bin ich und wie viele? Logos oder Anima: Aus welchen Teilsystemen besteht mein Geist? Wie hoch ist der unbewusste Anteil meiner Identität? Wer ist der Urheber meiner Absichten und Überzeugungen? Um diesen Fragenkomplex dreht sich die Reihe „Geist und Gehirn 2010“ mit dem Titel „Ich-Bewusstsein und Weltgeist“, veranstaltet von Stadtbibliothek und International Partnership Initiative Wolfsburg. Das Programm ist komplett, auch die Termine stehen schon fest: 14., 21. und 28. April 2010, jeweils Mittwochs ab 19 Uhr im Alvar-Aalto-Kulturhaus.
„Nachdem wir zuletzt von Quantenphysiker Hans Peter Dürr über die allumfassende Verbundenheit des Geistes aufgeklärt wurden, stellt sich jetzt die Frage: Wo bleibt dabei das Ich? Was ist eigentlich Individualität? Nach Freud ist die Psyche dreigeteilt: Das Ich vermittelt zwischen den Trieben (Es) und dem Über-Ich (Eltern, Kirche, Kultur). Um diese Thematik herum haben wir eine neue Veranstaltungs-Trilogie gebaut, die ich persönlich sehr spannend finde“, erklärt Birgit Sonnek, die die Reihe seit neun Jahren organisiert.
Nach Wolfsburg eingeladen wurden versierte Philosophen, Psychologen und Gehirnforscher aus Hannover, Göttingen, Braunschweig und Berlin, um das Verhältnis des Individuums zu seiner subjektiven Umwelt zu untersuchen und mit dem Publikum darüber zu diskutieren. Neben der Theorie wird es auch Erfahrungsberichte geben: Die Frau des ehemaligen deutschen Botschafters in Paris, Dr. Heinke Sudhoff, ließ ihre Gehirnzellen in sog. Regressionssitzungen durch einen Pariser Arzt aktivieren und berichtet über archaische Ich-Muster, die sie in diesem Zustand „erlebte“.
Bereichert werden die Podiumsdiskussionen wieder durch Kunst: Die Wolfsburger Textildesignerin Hella Ness nähert sich dem Problem in ihrem Werk „Seelenwanderung“, das aus surrealistischen Seiden-Filz-Skulpturen besteht. Außerdem arbeitet sie an einer „Bewusstseinspyramide“. Ihr Vorbild ist dabei die „Ideenschau“ des griechischen Philosophen Platon. Er sagte, alle Seelen müssten in einem früheren, jenseitigen Dasein die Ideen geschaut haben, und alles Erkennen wäre Wiedererinnerung (Anamnesis). „Eros“ ist das Streben nach Schönheit, und diese Erkenntnisart ist der Ursprung aller Kunst.
Quelle: Stadt Wolfsburg – Pressesetelle
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