Wilhelmshaven: Testkäuferinnen waren wieder unterwegs
Pressemeldung vom 24. Juni, 2010, 5:45 pm
Zum wiederholten Mal führten jetzt zum Beginn der Sommerferien Polizei und
Jugendamt Alkohol-Testkäufe im Einzelhandel durch. Dabei versuchten die
beiden weiblichen Testkäuferinnen (beide 14 Jahre alt), für sie gesetzlich
verbotene alkoholische Getränke zu kaufen. Begleitet wurden die Jugendlichen
von den Polizeibeamten Klaus-Peter Hoferichter und Dominik Tjaden sowie
Joachim Krieg und Carsten Feist vom Jugendamt.
Insgesamt sind 27 Geschäfte (Lebensmittelmärkte, Kioske, Tankstellen,
Getränkefachmärkte) im gesamten Stadtgebiet überprüft worden, 14 davon haben
Alkohol verkauft (das entspricht 52% aller überprüften Geschäfte), davon
fünf Geschäfte zum wiederholten Mal. Dies ist in den Jahren 2009 und 2010
die zweithöchste Quote bei Testkäufen in Wilhelmshaven überhaupt.
Damit ist die Prozentzahl verbotswidriger Verkäufe alkoholischer Getränke an
Jugendliche auch im zweiten Jahr systematischer Alkohol-Testkäufe noch immer
im nichtakzeptablen Bereich. Auffällig war nach Beobachtung der
Einsatzkräfte vor allem das fehlende Schuldbewusstsein und die geringe
Einsichtsbereitschaft der überführten Verkaufskräfte. In einem Fall wurden
die Verkaufsstellen einer Einzelhandelskette von der Leitungsebene nach
einem Testkauf in einer Filiale telefonisch vorgewarnt und aufgefordert,
sich Altersnachweise bei Alkoholkäufen jüngerer Kundinnen und Kunden
vorlegen zu lassen. 15 Minuten später kaufte die Testkäuferin ohne Probleme
und ohne Frage nach einem Ausweisdokument in einem anderen Geschäft
derselben Kette einen 6er-Träger eines Biermischgetränkes.
Die Hartnäckigkeit gesetzeswidriger Verkäufe alkoholischer Getränke an
Jugendliche trotz einer breiten Medienberichterstattung über die Risiken und
Folgen von Alkoholmissbrauch durch Jugendliche hinterlässt bei den
Präventionsbeauftragten der Polizei und des Jugendamtes Nachdenklichkeit.
"Spätestens im zweiten Geschäft ist es für Jugendliche kein Problem, Alkohol
einzukaufen. Der Einzelhandel ist trotz der regelmäßigen Testkäufe und
paralleler Aufklärungskampagnen offensichtlich nicht zu einer Veränderung
seiner Verkaufspraktiken bereit oder in der Lage. Die gesundheitlichen und
gesellschaftlichen Folgen des Alkoholmissbrauchs junger Menschen werden
dabei schlicht ignoriert", fasst Carsten Feist, Leiter des Jugendamtes,
seine Eindrücke zusammen.
Die Testkäufe werden im Jahr 2010 kontinuierlich fortgesetzt. Die
Stadtverwaltung weist darauf hin, dass der bestehende Bußgeldrahmen für
Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz bei wiederholten Verstößen in voller
Höhe ausgeschöpft werden wird. "Wir werden weiter intensiv beraten und
kontrollieren, denn der Verkauf gesundheitsgefährdender Alkoholika an
Jugendliche ist kein Bagatelldelikt", heißt es dazu von Polizei und
Jugendamt.
Quelle: Stadt Wilhelmshaven
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