Oldenburg: Nora Bossong liest im PFL Webers Protokoll erzählt von diplomatischer Fluchthilfe
Pressemeldung vom 27. November, 2009, 2:20 pm
Oldenburg. Am Sonntag, 6. Dezember, ist die Schriftstellerin Nora Bossong im Rahmen der LiteraTour Nord zu Gast in Oldenburg. Sie liest um 11 Uhr im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, aus Webers Protokoll. Das kunstvoll über mehrere Zeitebenen konstruierte Buch erzählt die Geschichte eines deutschen Diplomaten: im Dienst unter Hitler und in einem Nachkriegsdeutschland, in dem jeder das Vergangene vergessen machen will. Sabine Doering, die die Lesung moderiert, spricht mit der Autorin über das Buch. Die LiteraTour Nord ist eine Kooperation des Literaturbüros Oldenburg, der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Buchhandlung CvO-Unibuch. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.
Zum Inhalt: Konrad Weber ist stellvertretender Leiter des deutschen Generalkonsulats in Mailand, 1943 eine scheinbar friedliche Enklave, die ihn vor der nationalsozialistischen Diktatur und dem Krieg schützt. Beim Einmarsch deutscher Truppen in Italien wird ihm der im diplomatischen Dienst unerfahrene Palmer vor die Nase gesetzt, der das Konsulat nazifizieren soll. Palmer entdeckt Unstimmigkeiten in den Rechnungsbüchern, die in die Verantwortung Webers fallen. Dieser hat für den Bau einer Deutschen Schule bestimmte Gelder in der Schweiz auf eigene Rechnung angelegt. Geschäftsmann Wendler, ein dubioser Bekannter von Weber, hilft ihm aus der verfahrenen Situation und vermittelt ihm ein riskantes Geschäft: Weber soll unter dem Schutz seines diplomatischen Status Verfolgten des faschistischen Regimes falsche Pässe und Visa beschaffen. 1944 wird Weber vor einer drohenden Verhaftung gewarnt und setzt sich in die Schweiz ab. Als er Anfang der Fünfzigerjahre versucht, wieder in den diplomatischen Dienst zu kommen, stößt er auf unerwartete Widerstände.Nora Bossong wurde 1982 in Bremen geboren und besuchte das Deutsche Literaturinstitut in Leipzig. Seit 2004 studiert sie Kulturwissenschaft, Philosophie und Komparatistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Potsdam. 2006 debütierte sie mit dem Roman Gegend, der von der Kritik als eine der wichtigsten Neuerscheinungen der vergangenen Jahre gefeiert wurde. Webers Protokoll ist ihr zweiter Roman.
Quelle: Stadt Oldenburg – Pressestelle
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