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Oldenburg: Landschaft 2.0. – Eine Ausstellung zu Realität und Künstlichkeit von Landschaft Kunstprojekte im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst laden zum Mitmachen ein

Pressemeldung vom 21. August, 2009, 11:56 am

Oldenburg. Eine neue Gruppenausstellung wird am Freitag, 28. August, 20 Uhr, im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst eröffnet. Unter dem Titel Landschaft 2.0. Eine Ausstellung zu Realität und Künstlichkeit von Landschaft widmet sich das Medienkunsthaus dem Thema der Wahrnehmung von Landschaft und der zunehmenden Überlagerung von topografischem Raum, dem Raum der Erdoberfläche, und Kommunikationsraum. Zur Eröffnung sprechen Oberbürgermeister Gerd Schwandner und die Kuratorinnen der Ausstellung, Sabine Himmelsbach, Leiterin Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, und Bettina Dziembowski, Leiterin Kunstverein Springhornhof. Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 15. November.

Die in der Ausstellung präsentierten Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich mit der Frage, wie Landschaft heute wahrgenommen wird als ursprüngliche und möglichst unberührte Natur, als reale, aber durchkonstruierte Wirklichkeit oder als virtuelle Fantasiewelt. Romantische Sehnsüchte und Empfindungen werden dabei ebenso Thema sein wie Machbarkeitsfantasien einer modernen globalisierten Welt, in der alles möglich erscheint (ein Beispiel hierfür ist die gigantische Konstruktion der Inselwelt The World Dubai an der Küste der Arabischen Emirate).

Die digitalen Technologien haben die Wahrnehmung der Welt fundamental verändert. GPS-Systeme, Satelliten, Google Earth oder andere Programme zur Erfassung der Erdoberfläche ermöglichen dem Menschen einen neuen Blick auf die Umwelt, erweitern das Spektrum seiner Wahrnehmung und tragen dazu bei, dass sich Kommunikation und physische Verortung im Raum mehr und mehr verschränken. Im Fokus der Ausstellung stehen Arbeiten, die diese technischen Systeme nutzen, um die Besucherinnen und Besuchern neue ästhetische und soziale Erfahrungen der Umgebung machen zu lassen. Akzentuiert werden auch die ökonomischen und ökologischen Eingriffe in natürliche Räume sowie das Eintauchen in die virtuelle Welt des Internet. In unterschiedlichsten künstlerischen Formaten von Fotografie, Skulptur bis hin zu webbasierten und interaktiven Projektionen bietet die Ausstellung eine Fülle von Arbeiten, die sich mit dem Thema Landschaft 2.0 auseinandersetzen.

Ziel der Ausstellung ist es, aufzuzeigen, wie sich unsere Wahrnehmung von Landschaft in den letzten Jahren verändert hat. Viele Arbeiten sind dabei speziell für die Ausstellung in Oldenburg entstanden. Bewusst werden auch der Stadtraum und die nähere Umgebung von Oldenburg miteinbezogen, so Himmelsbach. Die Besucherinnen und Besucher sind beispielsweise eingeladen, sich im Projekt Former Farmland der holländischen Künstlerin Wapke Feenstra auf die Spuren ehemaliger landwirtschaftlicher Nutzung im Stadtteil Bloherfelde zu begeben. Ausgestattet mit einem Mobiltelefon und einem Plan, der im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst oder in der Oldenburger Tourist-Information ausleihbar ist, können die Besucherinnen und Besucher acht verschiedene Stationen in Bloherfelde abgehen und Geschichten über die ehemalige landwirtschaftliche Nutzung dieser Stätten und deren Bedeutung für den städtischen Kontext erfahren.

Neben dieser Arbeit lädt das im Rahmen der KLANGPOL-Projekte stattfindende Projekt Elsewhere : Anderswo der amerikanischen Künstlerin Teri Rueb zu neuen Klangerfahrungen im Botanischen Garten ein. Im Edith-Ruß-Haus kann ein tragbarer Pocket-PC mit integriertem GPS-System ausgeliehen werden, der eine Komposition von Klängen wiedergibt, die die Künstlerin in Oldenburg und Neuenkirchen aufgenommen hat. Die Komposition ist nur dann zu hören, wenn man sie tatsächlich erwandert.

Das Projekt Landscapes for Walking der amerikanischen Künstlerin Vaugh Bell lädt die Besucherinnen und Besucher zu einem Rundgang durch die Stadt ein: auf zwei Wanderstöcken hat sie Miniaturlandschaften angebracht.

Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Edith-Ruß-Haus für Medienkunst Oldenburg und dem Springhornhof Neuenkirchen (bei Soltau) und findet gleichzeitig an beiden Orten statt. Um alle Werke zu sehen, sind die Besucherinnen und Besucher eingeladen, beide Ausstellungsorte zu besuchen. Realisiert werden konnte diese Ausstellung nur Dank der großzügigen Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes, durch die Oldenburgische Landesbank, die Stiftung Niedersachen, die Mondriaan Foundation, das Netzwerk Neue Musik und KLANGPOL.

Quelle: Stadt Oldenburg – Pressestelle

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