Oldenburg: Eisenzeitliche Siedlungsreste unter künftigem Sportplatz entdeckt Archäologischer Fund stoppt vorübergehend die Bauarbeiten
Pressemeldung vom 2. September, 2009, 3:43 pm
Oldenburg. Für den zukünftigen Sportplatz des SV Eintracht Oldenburg e.V. am Hellmskamp waren die Baumaßnahmen gerade angelaufen. Ein Teil des Mutterbodens war von einem Bagger zur Seite geschoben worden, als ein aufmerksamer Beobachter die Archäologen des Niedersächsischen Landsamtes für Denkmalpflege informierte. Zu Tage gekommen waren auffällige dunkle Bodenverfärbungen auf dem ansonsten hellsandigen Geestrücken. Neben vermutlich mittelalterlichen Eschgräben haben wir es hier mit Befunden der vorrömischen Eisenzeit zu tun, so Bezirksarchäologin Dr. Jana Esther Fries. Das Alter dieser Siedlungsbefunde aus den Jahrhunderten von Christi Geburt könne anhand der bislang wenigen Scherben bestimmt werden. Die Ausdehnung der Fundstelle und die Zahl der Befunde sei allerdings noch unklar.
Auch wenn eine Baugenehmigung vorliegt, müssen im Falle archäologischer Funde die Bautätigkeiten zunächst eingestellt werden, sagt Christopher Festersen, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Oldenburg. Am Fundort verständigten sich die Vertreter des Sportvereins, der Unteren Denkmalschutzbehörde und des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege auf das weitere Vorgehen: Die bereits geöffnete Fläche wird geglättet und stichprobenartig in mehreren Streifen untersucht. Unter der Anleitung eines Archäologen werden so Art und Umfang der Fundstelle näher bestimmt und soweit erforderlich Vorschläge für weitere Untersuchungen erarbeitet. Diese Arbeiten werden wenige Tage in Anspruch nehmen. Einigkeit bestand darin, dass die Behörden gemeinsam mit dem Sportverein nach einer Lösung suchen, die den Verein zeitlich und finanziell so gering wie möglich belastet. Je geringer der Eingriff in das Bodendenkmal ist, desto besser. Solange die Siedlungsreste unbeschädigt im Boden erhalten bleiben, kann darüber auch ein Sportplatz entstehen, waren sich die Vertreter der Stadt und des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege einig.
Quelle: Stadt Oldenburg – Pressestelle
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