Leer: Die Zukunft gezielt gestalten der Demographische Wandel im Landkreis Leer
Pressemeldung vom 30. Juni, 2009, 1:17 pm
Landkreis Leer. Das Thema liegt Landrat Bernhard Bramlage besonders am Herzen: Zwar wird für den Landkreis Leer vielerorts bis zum Jahr 2020 noch Stabilität oder sogar leichtes Bevölkerungswachstum (landkreisweit + 3,45% bis 2020) prognostiziert, doch klar erkennbar ist bereits die immer stärker werdende Alterung der Gesellschaft, so der Landrat. Der Anteil der 60-79-Jährigen im Landkreis erhöht sich von 2005 bis 2020 um 4,03% auf 23,61% und der der über 80-Jährigen sogar um 4,83% auf 7,22%.
Damit wird die Anzahl der Pflegebedürftigen unweigerlich zunehmen. Deshalb müssen Ansätze her, die die Gesundheit und Selbständigkeit im Alter fördern, die gleichzeitig die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen und die durch ein barrierefrei gestaltetes Umfeld die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ermöglichen.
Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Das Älterwerden ist grundsätzlich etwas Positives. Das anteilige Verhältnis von arbeitsfähiger Bevölkerung zu nichtarbeitsfähiger Bevölkerung ist jedoch eine Herausforderung, die die umlagefinanzierten sozialen Sicherungssysteme zukünftig verstärkt zu bewältigen haben. Auch im Landkreis Leer wird das Erwerbspersonenpotenzial sinken und durchschnittlich älter sein: So wird es 2020 rund 10.000 weniger 30-49-Jährige geben als 2003. Dabei stellt diese Altersgruppe auch heute noch in vielen Fällen die Kernbelegschaft von Unternehmen.
Ferner wird der Anteil der unter 18-Jährigen um 4,4% abnehmen. Gleichzeitig wird es knapp 12.000 mehr 50-64-Jährige geben. Ziel muss es deshalb sein, einerseits gemeinsam mit Wirtschaft und Bildungseinrichtungen Anreize zu schaffen, um junge Menschen an die Region zu binden und für Bildungsangebote und Jobs in der Region zu begeistern, sowie Frauen eine bessere Erwerbsbeteilung durch Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Andererseits müssen die Beschäftigten in den Unternehmen langfristig gesund, motiviert und leistungsfähig bleiben, um bis ins Rentenalter arbeiten zu können. Hier müssen Unternehmen, Kranken- und Unfallversicherer, sowie die Sozialpartner entsprechende Konzepte diskutieren und umsetzen.
In beiden Fällen kann das Amt für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Beschäftigung, in dem auch Demographie-Beauftragte Hilke Berkes arbeitet, eine Moderatorenfunktion übernehmen, so Dieter Schröer, Amtsleiter. Gemeinsam mit der Stabstelle Frauen und Familienförderung, die am 21.06.2009 die Infobörsen für Frauen in der Kreisverwaltung mit über 300 Besuchern realisiert hat, hat die Wirtschaftsförderung des Landkreises das Projekt Familienblick angestoßen. Frauenerwerbsbeteiligung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind hier die Schlüsselthemen. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Sport hat erst am 22. Juni positiv über die aktuellen Ideen für Projekte und Aktivitäten zur Gestaltung des demographischen Wandels im Landkreis Leer abgestimmt. Bernhard Bramlage: Jetzt gehen wir mit verstärkten Ressourcen das Thema im Landkreis an und setzen Ideen gemeinsam mit den Akteuren vor Ort um.
Quelle: Landkreis Leer – Pressestelle
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