Pressemeldungen aus Niedersachsen





Landkreis Hildesheim: Metropolregion ganz praktisch

Pressemeldung vom 6. Mai, 2010, 3:30 pm

Arbeitsgruppe Radverkehrsstrategie tagt in Hildesheim -
Kreis Hildesheim (lps) Das die Metropolregion Hannover – Braunschweig – Göttingen – Wolfsburg nicht nur weitgehend abgeschottet von der Öffentlichkeit agiert, sondern ganz praktische Alltagsthemen anpackt, wurde diese Woche im Hildesheimer Kreishaus deutlich: Dort tagte der 4. Workshop „Radverkehrsstrategie“ mit etwa 50 Teilnehmern aus Kommunalverwaltung, Tourismus und Forschung, wobei auch der Landkreis Hildesheim mitarbeitet.

In seiner Begrüßung stellte Landrat Reiner Wegner die zunehmende Bedeutung des Radverkehrs heraus und betonte die Wichtigkeit einer überregionalen Vernetzung. Nachdem Geschäftsführer Matthias Bode einen allgemeinen Überblick über die Arbeit der Metropolregion gegeben hatte, ging Projektkoordinatorin Dr. Solveigh Janssen von der Region Hannover anschließend darauf ein, welche Projekte innerhalb der „Radverkehrsstrategie“ – teilweise mit Förderung des Bundes – bisher erarbeitet wurden. Einige Projekte wurden anschließend vertieft behandelt.

So wurde in der Vergangenheit ein „Metropolnetz“ erarbeitet, das solche Radrouten enthält, die die größeren Zentren miteinander verbinden und gleichzeitig touristische Ziele erschließen. Dieses Netz orientiert sich weitgehend an bestehenden Wegen. Für das Netz wurden Qualitätsmerkmale wie Breite, Oberflächenbelag, Sicherheit und Serviceeinrichtungen entwickelt, mit denen künftig die entsprechenden Wege beurteilt und anschließend vermarktet werden sollen. Beispielsweise hat sich gezeigt, dass der „Radweg zur Kunst“ zwar überwiegend die Kriterien des Metropolnetzes erfüllt, aber gleichzeitig über einige Hindernisse und Schwachstellen verfügt, die zu einer Abwertung führen. Die Gesamtbeurteilung des Netzes soll bis Ende des Jahres fertig sein.

Ein künftiges Schwerpunktthema werden Radschnellwege sein, die bisher nur aus den Niederlanden bekannt sind. Dabei handelt es sich um Routen, auf denen Radfahrer weitgehend kreuzungsfrei zügig über mittlere Distanzen ihre Wege zurücklegen können. Hier sollen innerhalb der Metropolregion Referenzstrecken ermittelt und anschließend umgesetzt werden.
Beim Land fehlt zentrale Ansprechstelle für den Radverkehr

Das Schwerpunktthema des Nachmittages lautete etwas provokant „Radroutenplaner – verpasst Niedersachsen den Anschluss?“ Die Podiumsdiskussion, an der auch Vertreter aus anderen Regionen sowie aus Hessen teilnahmen, zeigte, dass die formulierte Befürchtung wohl der Realität entspricht: Während andere Bundesländer schon seit längerem über komfortable und moderne Routingsysteme für Alltags- und Freizeitradler verfügen, die von der Bevölkerung auch kräftig genutzt werden, gibt es in Niedersachsen keine entsprechenden Ansätze. Auch fehlt beim Land eine zentrale Ansprechstelle für den Radverkehr. Deshalb endete die Veranstaltung auch mit dem Beschluss, einem Aufruf an das Land zu starten, in dieser Hinsicht künftig verstärkt tätig zu werden.

Quelle: Landkreis Hildesheim – Pressesprecher

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Kategorien : Hildesheim