Landkreis Göttingen: Frühkindliche Spracherziehung für Migrantenkinder gestartet

Pressemeldung vom 2. März, 2010, 3:19 pm

Landrat eröffnet „Rucksack-Projekt“ an der Kindertagesstätte in Rosdorf

Das erste „Rucksack-Projekt“ für Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund im Landkreis Göttingen hat Landrat Reinhard Schermann jetzt in der Kindertagesstätte in Rosdorf offiziell eröffnet.

Ziel des bundesweit bereits erfolgreich erprobten Vorhabens ist nach Angaben von Schermann die Frühförderung der allgemeinen Sprachkompetenz und der deutschen Sprache insbesondere bei Kindern bis zum 3. Lebensjahr. Denn gerade in dieser Altersphase sei der Erwerb von Sprache besonders ausgeprägt. Zudem komme der Muttersprache beim Erlernen der Zweitsprache eine große Bedeutung zu.

„Kinder, die ihre Muttersprache von der Aussprache bis zur Grammatik richtig lernen und verstehen, können auch Deutsch als Zweitsprache besser erlernen“, erklärte Schermann. Da der Spracherwerb der Kinder vorwiegend über die Mütter erfolgt, werden diese systematisch zum Austausch und zur Verbesserung Ihrer Sprach- und Erziehungskompetenz durch die Kindertagesstätte geschult.

Der Landrat betonte, dass das Erlernen der deutschen Sprache Kindern aus Zuwandererfamilien künftig bessere Zugänge zu den Bildungsangeboten ermögliche und zugleich die Berufs- und Integrationschancen verbessere.

Nach seinen weiteren Ausführungen wird nach dem Rucksackmodell die Sprachförderung von Kindern aus Zuwandererfamilien mit Elementen der Elternbildung gezielt kombiniert. So fänden unter Anleitung einer Elternbegleiterin regelmäßig Treffen von fünf Müttern in der Kindertagesstätte statt. Diese nähmen die Spiel- und Lernmaterialien, Übungen und Aufgaben „im Rucksack” mit nach Hause, um sie dort nach vorgegebenen Anweisungen mit ihrem Kind in der Muttersprache zu bearbeiten.

Parallel dazu vermittelten die Erzieherinnen die gleichen Inhalte im Kindergarten in der Zweitsprache Deutsch. Auf diese Weise könnten die Kinder ihre sprachlichen Kompetenzen in beiden Sprachen festigen.

Schermann machte weiter deutlich, dass zugleich die Thematisierung von Erziehungsfragen zur gezielten Förderung von elterlichen Kompetenzen, wie z. B. „Kindern Grenzen setzen”, „Medienerziehung” oder „Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Kulturen” eine wichtige Rolle spiele.

Das Projekt wird vom Landkreis Göttingen derzeit mit rund 14.000,– € voll finanziert und soll nach Möglichkeit künftig auch in anderen Kindertagesstätten eingerichtet werden.

Quelle: Landkreis Göttingen

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