Göttingen: Kreis und Stadt starten Gesundheitsprojekt für Migranten…
Pressemeldung vom 4. Mai, 2010, 4:17 pm
Der Landkreis und die Stadt Göttingen führen gemeinsam mit dem Ethno-Medizinischen Zentrum e.V. das "Drei-Generationen-Projekt Niedersachsen – Gesundheit mit Migranten für Migranten" (MiMi-Gesundheitsprojekt Niedersachsen) in der Region Göttingen durch. Ziel des Projekts ist es, mehrsprachig und kultursensibel Gesundheitsförderung und Prävention für Migrantinnen und Migranten in Niedersachsen anzubieten. Dies gaben heute Landrat Reinhard Schermann und Oberbürgermeister Wolfgang Meyer in einer schriftlichen Pressemitteilung bekannt.
Für die Realisierung des Vorhabens werden nach Angaben der Verwaltungschefs engagierte Migrantinnen und Migranten gesucht. Diese werden von Fachleuten aus dem Gesundheitswesen geschult und darauf vorbereitet, Informationsveranstaltungen in der Muttersprache durchzuführen. Die ausgebildeten Gesundheitsmediator/innen sollen ihren Landsleuten verständlich und kultursensibel die Organisation des deutschen Gesundheitssystems und Präventionsthemen, wie Brustkrebsfrüherkennung, Kindergesundheit & Unfallprävention sowie Pflege, Alter und Gesundheit, vermitteln. Darüber hinaus sollen sie über die vorhandenen Anlauf- und Beratungsstellen in Stadt und Landkreis Göttingen informieren.
Meyer und Schermann wiesen darauf hin, dass mittlerweile nahezu jeder fünfte Einwohner Deutschlands über einen Zuwanderungshintergrund verfügt. Dennoch befänden sich viele Zugewanderte im Vergleich zur einheimischen deutschen Bevölkerung nach wie vor in einer benachteiligten Position in Bezug auf ihre Gesundheitschancen. Aufgrund sprachlicher und kultureller Barrieren nähmen sie Gesundheitsangebote weniger in Anspruch, mit der Folge, dass es zur Fehl- oder Unterversorgung kommen könne. Um diesem Sachverhalt zu begegnen, d.h. vorhandene Informationslücken zu schließen
und gesundheitliche Ressourcen von Migrant/-i/-innen zu fördern, sei 2003 das Projekt "Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Deutschland", abgekürzt "MiMi – Projekt" vom Ethno-Medizinischen Zentrum e.V. (EMZ) entwickelt worden. Das MiMi-Gesundheitsprojekt in Niedersachsen werde durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, den BKK Landesverband Mitte sowie die Sanofi Pasteur MSD GmbH gefördert.
Landrat und Oberbürgermeister baten Migrantinnen und Migranten, die sich zur Gesundheitsmediatorin / zum Gesundheitsmediator für die Region Göttingen ausbilden lassen möchten, sich bei der Projektkoordinatorin Katja Sperling für Stadt und Landkreis Göttingen zu informieren. Der Kurs umfasst nach den weiteren Angaben insgesamt ca. 40 Stunden, die sich auf mehrere Abend- und Samstagsveranstaltungen verteilen. Die Teilnahme an der Schulung ist kostenlos. Es wird um rechtzeitige Anmeldung gebeten, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.
Quelle: Göttingen – Öffentlichkeitsarbeit
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