Pressemeldungen aus Niedersachsen





Bad Lauterberg: Leuchtende Farben im Südharz

Pressemeldung vom 9. September, 2009, 12:02 pm

Beim Nordic Walking im Indian Summer geht es durch den bunten Blätterwald und zur ältesten Familie der Welt. Eine kleine Sensation.
Klickend durchs Farbenmeer

Bad Lauterberg. Herbstzeit ist die richtige Zeit, bei Bad Grund am Stock zu gehen. Nordic-Walking auf zehn geführten Touren Mitte Oktober durch das Farbenmeer in den Wäldern des Südharzes erleben – das ist ein Geheimtipp. „Wir bieten bei unserem Indian-Summer-Lauf wieder erstklassige Strecken“, freut sich Dietmar Mann. Als Revierförster liegt ihm nicht nur der Herbstwald am Herzen – er ist für das Arboretum mit 600 Baumarten aus aller Welt zuständig. „Diese Farben im Exotenwald finden Sie sonst nirgends in Deutschland“, schwärmt der Initiator der Läufe. Er möchte, dass die Gäste etwas Besonderes erleben. „Es geht durch eine Tropfsteinhöhle und ein Stück Afrika sowie zur ältesten Familie der Welt“, kündigt der Förster an.

„Wir bieten hier Strecken, die niemand sonst hat“, erläutert Wolfram Marx stolz. Er ist ebenfalls Initiator der Läufe und führt einige der Touren. Die Gäste wissen es zu schätzen. „Eng und feucht, ein Erlebnis“, lacht eine Frau aus Hamburg, die schon durch einen stillgelegten Bergwerkstollen mitgegangen ist. Das war beim Blütenlauf im Frühjahr. Zweimal im Jahr wird Bad Grund zum Mekka der Klick-Bewegung mit Stöcken. „Klicken unter Tage, das wollte ich schon immer“, meint ein Mann aus Göttingen. Es geht durch die Iberger Tropfsteinhöhle. Und die ist bundesweit einmalig.

„Das ist ein Stück Afrika“, sagt Ortrud Krause. Sie leitet das neue Höhlenerlebniszentrum am Iberg. Der ganze Berg war, wie die Gegend drumherum, vor 365 Millionen Jahren ein Riff, das vor Madagaskar dümpelte. Die Museumsführerin zeigt ein Südseebild mit bunten Fischen. „So sah es hier mal aus“, erläutert sie, „dann wurde ein paar Millionen Jahre später alles verschoben, die Erdteile formten sich und das Riff landete hier in Norddeutschland.“

Wenn die Nordic-Walker über die Treppen gehen, bleibt ihnen kaum Zeit, die vielen verwunschenen Tropfsteine wie den Zauberhut von König Hübich (nach dem ist eine Route über Tage benannt) oder die versteinerte Schildkröte, bei deren Bestreichen man sich laut etwas wünschen soll, zu würdigen. „Andächtig und still sind die Walker, wenn sie die Höhle passieren“, bekräftigt Ortrud Krause, denn ganz in der Nähe – vorn im Museum an der Bundesstraße 242 – liegt die älteste Familie der Welt.

Ganz in der Nähe, in der Lichtensteinhöhle bei Dorste, wurden vor etwas mehr als 20 Jahren 40 Skelette aus der Bronzezeit gefunden. Die Bedeutung dieser Funde wurde den Wissenschaftlern erst allmählich klar. Aus den Zahnwurzeln und dem Felsenbein im Ohrknochen der Skelette wurden erst vor wenigen Jahren Erbsubstanzen entnommen. Das Ergebnis: Alle 40 Menschen gehörten zu einer Familie, die dort vor rund 3000 Jahren bestattet wurde. „Als dann vor ein paar Jahren die örtliche Bevölkerung zur DNA-Analyse aufgerufen wurde, beteiligten sich 378 Menschen“, erzählt die Museumsfrau aufgeregt. Bei den meisten gab es eine positive Übereinstimmung bei der Erbsubstanz mit der aus den Skeletten, bei zweien sogar mit „allerhöchster Wahrscheinlichkeit“. Also leben im Harz noch heute Nachkommen dieser Familie aus der Bronzezeit. Es ist die älteste Familie der Welt.

Die Strecke der Nordic-Walker führt jetzt durch das europaweit größte Arboretum. „Seit 1975 pflanzen wir Baumarten aus vier Kontinenten hier an“, sagt Revierförster Mann. Die Farbenpracht auf den 65 Hektar Wald ist riesig. „Wirklich ein Erlebnis“, quittiert eine Urlauberin aus Berlin ihren Stockeinsatz im Arboretum. „Indian Summer kannten wir sonst nur in Kanada“, fügt sie hinzu, „hier haben wir es bei einem Kurzurlaub.“
Ausgeschilderte, interessante Nordic-Walking-Strecken gibt es im übrigen auch im benachbarten Bad Lauterberg und in Wieda.

Informationen über den Indian Summer Lauf 15.-18. Oktober 2009:
Anmelden bei der Revierförsterei Grund, Dietmar Mann, Am Forstamt 8, 37539 Bad Grund, E-Mail: Dietmar.Mann@nfa-riefensb.niedersachsen.de,

Quelle: Stadt Bad Lauterberg im Harz – Pressestelle

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